Ärzte Zeitung, 01.02.2012

Eli Lilly leidet unter Patentverlusten

2011 ist der Patentschutz für das umsatzstärkste Medikament von Eli Lilly ausgelaufen - die Folgen sind bereits zu spüren.

INDIANAPOLIS (ck/ava). Für den US-Pharmakonzern Eli Lilly brechen nach dem Patentverlust für das umsatzstärkste Medikament, das Schizophreniemittel Zyprexa® (Olanzapin) schwierige Zeiten an (wir berichteten kurz).

Das Unternehmen weist für 2011 einen Rückgang des Nettogewinns um 14 Prozent auf 4,3 Milliarden US-Dollar (3,3 Milliarden Euro) aus. Der Konzernumsatz erhöhte sich zwar um fünf Prozent auf 24,3 Mil liarden Dollar.

Davon erwirtschaftete der Konzern in den USA rund 13 Milliarden Dollar Umsatz (plus ein Prozent), außerhalb des Heimatlandes steigerte er den Umsatz um elf Prozent auf 11,3 Milliarden Dollar.

Gewinnrückgang bis zu 30 Prozent

Konzernchef John Lechleiter gibt sich optimistisch und bekräftigte das Kursziel für 2012. Das Unternehmen rechnet für dieses Jahr weiter mit einem Gewinn je Aktie von 3,1 bis 3,2 Dollar. Im Vergleich zu 2011 wäre dies aber immer noch ein Gewinnrückgang von 27 bis 30 Prozent.

Allein der Zyprexa-Umsatz war 2011 aber um acht Prozent auf 4,6 Milliarden US-Dollar eingebrochen. Der des Krebsmedikaments Gemzar® (Gemcitabin) fiel sogar um 61 Prozent auf 1,15 Milliarden Dollar. Dies habe man durch neue Medikamente nur teilweise kompensieren können, so der Konzern.

Drei Milliarden Umsatzeinbußen allein für Zyprexa® erwartet

Nach Ablauf des Patentschutzes stehen Zyprexa® und Gemzar® in den USA im scharfen Wettbewerb mit den Produkten der Generikahersteller. In diesem Jahr werden die Umsätze noch einmal dramatisch einbrechen. Der Konzern rechnet in 2012 mit drei Milliarden Umsatzeinbußen allein für Zyprexa®.

Positiv sind dagegen die Umsätze mit dem Antidepressivum Cymbalta® (Duloxetin). Sie stiegen um 20 Prozent auf 4,2 Milliarden US-Dollar, die des Lungenkrebspräparates Alimta® (Pemetrexed) erhöhten sich um elf Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar. Alimta® wird zur First-Line-Therapie bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs eingesetzt. Der Umsatz mit dem Analoginsulin Humalog® (Insulin lispor) stieg um 15 Prozent auf 2,4 Milliarden US-Dollar.

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