Ärzte Zeitung, 17.10.2014
 

Neun-Monatszahlen

Roche gewinnt Wette auf Pirfenidon

BASEL. Der starke Schweizer Franken sorgt bei Roche weiterhin für Umsatzstagnation. In den ersten neun Monaten dieses Jahres blieben die Einnahmen mit 34,8 Milliarden Franken gegenüber Vorjahr unverändert.

US-Dollar, alle lateinamerikanischen Währungen sowie der japanische Yen werteten im Jahresverlauf gegen den Franken ab. Zu konstanten Wechselkursen hätte sich ein Verkaufswachstum von fünf Prozent ergeben, teilte der Konzern am Donnerstag mit.

Die Pharmasparte profitierte erneut von der starken Nachfrage nach Roches Krebsmedikamenten. Hauptwachstumsträger seien in der Berichtszeit insbesondere die Brustkrebsmedikamente Herceptin® (Trastuzumab), Perjeta® (Pertuzumab) und das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Kadcyla® (Trastuzumab + Chemotherapeutikum) gewesen.

Insgesamt setzte Roche Pharma in den ersten neun Monaten mit 27 Milliarden Franken ein Prozent weniger um (+4,0 Prozent zu konstanten Wechselkursen). Die Diagnostikasparte verbuchte ein Prozent Umsatzwachstum (zu konstanten Kursen +6,0 Prozent). Wachstumstreiber hier seien vor allem Immundiagnostika gewesen.

Die im August bekannt gegebene Übernahme des kalifornischen Start-ups Intermune sei inzwischen abgeschlossen, heißt es. Den Hersteller des Orphan Drug Esbriet® (Pirfenidon) gegen leichte bis mittelschwere idiopatische Lungenfibrose hat sich Roche 6,3 Milliarden Euro kosten lassen.

Die Wette auf die Zulassung des Präparates in den USA ist bereits aufgegangen: Am Mittwoch dieser Woche verkündete die FDA, grünes Licht für Esbriet® gegeben zu haben. In Europa ist Pirfenidon seit 2011 im Markt. (cw)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Frauen schuld an "Männergrippe"?

Jammernde Männer mit Erkältung sind keine Weicheier, sie leiden tatsächlich stärker. Das liegt wohl am Testosteron. Und an Frauen, die testosterontriefende Männer bevorzugen. mehr »

Stammzellgesetz – Bremse für Forscher?

2002 gab es um die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen eine hochemotionale Debatte. Heute ist der Pionier von ehedem mit dem Stand seiner Arbeit zufrieden. Doch nicht nur er fürchtet durch das Stammzellgesetz Nachteile für Forscher in Deutschland. mehr »

Ebola-Überlebende auch 40 Jahre später noch immun

Eine Forscherin machte sich auf die Suche nach den Überlebenden des ersten Ebola-Ausbruchs – und verspricht sich davon wichtige Erkenntnisse. mehr »