Ärzte Zeitung online, 23.12.2015

Arbeitssicherheit

Unfälle 2014 auf historisch niedrigem Niveau

Durch Verlust an Arbeitsproduktivität gingen der deutschen Volkswirtschaft im vergangenen Jahr rund 90 Milliarden Euro an Bruttowertschöpfung verloren. Das zeigt der aktuelle Bericht zum Stand von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit.

DORTMUND. Die Zahl der Arbeitsunfälle in Deutschland ist so niedrig wie noch nie. Mit knapp 24 Unfällen je 1000 Vollarbeiter stabilisierte sich die Unfallquote 2014 in Deutschland. Die absolute Zahl der Arbeitsunfälle blieb mit rund 956.000 auch im vergangenen Jahr unterhalb der Millionengrenze.

Durch Arbeitsunfähigkeit fielen nach Schätzungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) im vergangenen Jahr rund 1,5 Millionen Erwerbsjahre aus. Dies führte zu einem Produktionsausfall anhand der Lohnkosten von 57 Milliarden Euro.

Durch Verlust an Arbeitsproduktivität gingen der deutschen Volkswirtschaft damit rund 90 Milliarden Euro an Bruttowertschöpfung verloren. Zu diesen Ergebnissen kommt der statistische Bericht zum "Stand von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit" (SUGA, früher Unfallverhütungsbericht), den die BAuA jetzt im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) veröffentlicht hat.

Seien 2013 noch 175.135 Fälle von Verrentung aufgrund verminderter Erwerbsfähigkeit verzeichnet worden, seien es 2014 nur noch 169.281 Fälle gewesen. Damit seien die Rentenzugänge aufgrund verminderter Erwerbsfähigkeit um 3,3 Prozent zurückgegangen. Dabei hätten die Muskel-Skelett-Erkrankungen mit etwa acht Prozent am stärksten abgenommen.

Hingegen seien Verrentungen aufgrund psychischer und Verhaltensstörungen nur um 2,4 Prozent zurückgegangen und sind laut Bericht mit 43,1 Prozent weiterhin die mit Abstand häufigste Ursache für eine vorzeitige Verrentung.

Im Jahr 2014 starben demnach 2469 Menschen an den Folgen einer Berufskrankheit. Das bedeutet im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um 112 Fälle. Trotz des Verbots von Asbest 1993 gingen noch immer fast zwei Drittel dieser Todesfälle auf den Umgang mit asbesthaltigem Material zurück.

Obwohl die Gesamtzahl der gemeldeten Arbeitsunfälle 2014 weiter gesunken sei, habe es im vergangenen Jahr 33 tödliche Arbeitsunfälle mehr als 2013 gegeben.

Unter 100 Mitgliedern der Gesetzlichen Krankenversicherung gab es 2014 laut Analyse rund 122 Fälle von Arbeitsunfähigkeit. Die Dauer einer Arbeitsunfähigkeit änderte sich mit durchschnittlich zwölf Tagen kaum. BAuA-Experten schätzen die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage in Deutschland für 2014 auf 543 Millionen. (maw)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Weniger Kardiologen = mehr Herztote?

In Bundesländern mit weniger niedergelassenen Kardiologen sterben mehr Patienten an Herzerkrankungen, so der aktuelle Herzbericht. mehr »

Personalmangel in der Pflege gefährdet Patienten

17.18Die Gesundheitspolitik der künftigen Regierung wird einen Schwerpunkt bei Pflege setzen müssen. Davon zeigen sich Fachleute im Vorfeld des Kongress Pflege überzeugt. mehr »

Fehlerquelle Datenschutzerklärung

Die meisten Praxis-Websites von Haus- und Fachärzten erfüllen nicht die gesetzlichen Anforderungen. Das legt eine aktuelle Studie nah. mehr »