Direkt zum Inhaltsbereich

BfArM

Reges Interesse an Cannabis-Ausschreibung

Für die auf vier Jahre ausgeschriebenen 10,4 Tonnen Cannabis aus deutscher Herstellung liegen 817 Angebote vor. 2020 könnte es losgehen.

Veröffentlicht:

TEL AVIV/BONN. Rund 35.000 Patienten in Israel lassen sich mit medizinischem Cannabis behandeln. Nun will das Land Cannabis zu medizinischen Zwecken auch exportieren. Das hat die Regierung am Sonntag beschlossen. Laut Gesundheitsministerium sollen die Hersteller in spätestens neun Monaten die Freigabe zum Export erhalten.

Derzeit produzieren im Inland nach Ministeriumsangaben 70 Firmen jährlich rund 18 Tonnen medizinisches Cannabis. In Sachen Cannabis-Forschung hätten diese Unternehmen aktuell 200 klinische Studien aufgesetzt. Durch den Cannabis-Export erhofft sich Israels Regierung Medienberichten zufolge zusätzliche Steuereinnahmen von umgerechnet 239 Millionen Euro.

817 Angebote abgegeben

Unterdessen hat die deutsche Zulassungsbehörde BfArM eine erste Bilanz ihrer im Juli vorigen Jahres erneut gestarteten Ausschreibung zum medizinischen Cannabisanbau in Deutschland veröffentlicht. Danach haben 79 Bieter oder Bietergemeinschaften 817 Angebote für die ausgeschriebenen 13 Lose (à 200 Kilogramm Cannabis Jahresmenge für insgesamt vier Jahre) abgegeben.

Die Angebote würden nun ausgewertet. Ein Bieter kann laut BfArM Zuschläge für maximal fünf Lose erhalten. Die Zuschläge sollen im Laufe des 2. Quartals erteilt werden. Zuvor allerdings muss das Oberlandesgericht Düsseldorf noch über eine Klage gegen das Ausschreibungsverfahren befinden. Die Entscheidung der zuständigen Vergabekammer sei für den 10. April anberaumt, heißt es in der BfArM-Mitteilung.

Cannabis aus inländischem Anbau könne es in Deutschland voraussichtlich ab 2020 geben, so die Oberbehörde. Bis dahin werde der Bedarf aus Importen gedeckt, die aber auch über 2020 hinaus rechtlich möglich blieben. Einer der größten deutschen Verarbeitungsbetriebe für medizinisches Cannabis, das Kölner Unternehmen Cannamedical, ist momentan noch von Lieferungen aus Kanada und Holland abhängig. (dpa/cw)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Wie können Ärztinnen und Ärzte das neue Altersvorsorgedepot für den Ruhestand nutzen, Herr Pfingsten?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deutscher Apotheker- und Ärztebank (apoBank)
Das könnte Sie auch interessieren
Nationale Politik an Europas Gesundheitszielen ausrichten

© quantic69 | iStock

Politische Perspektive

Nationale Politik an Europas Gesundheitszielen ausrichten

Anzeige | CSL Behring GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Logo vom ÄrzteTag extra der Ärzte Zeitung mit dem Porträt des Podcast-Gesprächspartners Reinhard Pfingsten von der apoBank

© apoBank

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Wie können Ärztinnen und Ärzte das neue Altersvorsorgedepot für den Ruhestand nutzen, Herr Pfingsten?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deutscher Apotheker- und Ärztebank (apoBank)

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Wissenschaft in Medizin übertragen

© Regeneron

Forschung und Entwicklung

Wissenschaft in Medizin übertragen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Porträt

Steve Roczen: Darum ist der MFA-Beruf für Männer interessant

Lesetipps
Ein gedeckter Tisch mit Gemüse

© san_ta / Stock.adobe.com

Metaanalyse

Ist eine vegetarische oder vegane Ernährung gut für Kinder?

Alle Diabetes-Patienten gegen  Herpes zoster impfen?

© Porträt: privat | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Alle Diabetes-Patienten gegen Herpes zoster impfen?

Labor

© Gerhard Seybert - stock.adobe.com

Euglykämische diabetische Ketoazidose

Kasuistik: Seltene Nebenwirkung unter SGLT2-Hemmern