Ärzte Zeitung online, 15.08.2019

Gesundheitsprogramme

PKV kooperiert vermehrt mit Externen

Viele Privatversicherer erweitern ihre Dienstleistungsangebote und Gesundheitsprogramme. Damit wollen sie unter anderem eine bessere Versorgungsqualität erreichen. Die Kunden freuen sich.

Von Ilse Schlingensiepen

155a0601_8408700-A.jpg

Für eine bessere Versorgungsqualität setzten Privatversicherer zunehmend auf Kooperationen und Vernetzung.

© Natali_Mis / Getty Images / iStock

KÖLN. Konkrete Hilfen für Versicherte spielen in der privaten Krankenversicherung (PKV) eine immer größere Rolle. In Kooperation mit externen Partnern wollen die Unternehmen die Kundenbindung stärken und eine aktivere Rolle in der Versorgung der Versicherten spielen. Sie hoffen, dadurch eine höhere Versorgungsqualität zu erreichen und letztlich die Kosten zu senken.

Vollversicherte Kunden der Debeka Krankenversicherung, bei denen der Arzt eine psychische oder psychosomatische Erkrankung diagnostiziert, haben künftig die Möglichkeit, sich eine zweite Meinung einzuholen. Der PKV-Marktführer kooperiert dabei mit der Klinikgruppe Median.

Bei Fachärzten und psychologischen Psychotherapeuten in zehn Median-Kliniken können sich die Versicherten Informationen zu ihrer Erkrankung und der Therapie holen. Nach einem zweistündigen Assessment erhalten sie einen schriftlichen Befundbericht und eine Therapieempfehlung.

„Schließen wichtige Lücke“

„Wir schließen mit diesem Projekt eine wichtige Lücke bei der Versorgung unserer Versicherten und versprechen uns von der Kooperation, dass mögliche Fehleinschätzungen in diesem wichtigen Bereich vermieden werden“, erläutert Annabritta Biederbick, Leiterin der Hauptabteilung Krankenversicherung Vertrag bei der Debeka.

Wir schließen mit diesem Projekt eine wichtige Lücke bei der Versorgung unserer Versicherten.

Annabritta Biederbick, Leiterin der Hauptabteilung Krankenversicherung Vertrag bei der Debeka

Psychische Erkrankungen spielen in der privaten Krankenversicherung eine immer größere Rolle. Deshalb bietet die Debeka betroffenen Kunden bereits mehrere Hilfsangebote. Sie erhalten innerhalb von zehn Tagen einen Termin beim Psychotherapeuten. Versicherten mit einer leichten Depression stellt der Versicherer das Online-Therapieprogramm „novego“ zur Verfügung. Auch für die Nachsorge gibt es ein Angebot.

Positive Resonanz spürbar

Bei den Versicherten stoßen die Initiativen in der Regel auf eine positive Resonanz. Diese Erfahrung macht auch die Gothaer Krankenversicherung. Sie erweitert ihre Palette an Gesundheitsprogrammen jetzt um Angebote für Vollversicherte mit schwerem allergischen Asthma.

Erkrankte mit einer gesicherten Diagnose können ein zwölfmonatiges Coaching des Gesundheitsberatungsunternehmens 4sigma in Anspruch nehmen. Sie sollen lernen, ihre Atemmesswerte zu kontrollieren und besser mit ihrer Krankheit umzugehen.

Die Patienten erhalten zudem das Messgerät „Vivatmo me“ von Bosch Healthcare Solutions, das ihnen ermöglicht, den Entzündungsgrad ihrer Atemwege selbst festzustellen. Die Werte können sie auch in der „Vivatmo“-App speichern, die sie als digitales Asthma-Tagebuch nutzen können. Außerdem liefert die App Informationen über den Pollenflug.

„Wir setzen mit dieser Kooperation konsequent unseren Weg fort, die Gothaer Krankenversicherung als Gesundheitsdienstleister zu positionieren“, sagt der Vorstandsvorsitzende Oliver Schoeller.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Gut eine halbe Milliarde Euro mehr Honorar

Ärzte und Krankenkassen haben ihre Honorarverhandlungen für 2020 abgeschlossen. Künftig werden Videosprechstunden besser vergütet. mehr »

Warum KHK-Kranke ihre Arznei weglassen

Mangelnde Therapietreue ist in der Sekundärprävention der koronaren Herzkrankheit ein großes Thema. Bei jedem dritten Patienten steckt nicht nur Vergesslichkeit dahinter. mehr »

Die Tücken der Videosprechstunde

Videosprechstunden sind im Kommen, bieten aber auch Einfallstore für Hacker. Sicherheitsexperten erläutern, welche das sind und wie sich Ärzte davor schützen können. mehr »