Ärzte Zeitung, 13.12.2011

Die Meinung

Reparaturarbeiten dringend nötig

Von Anja Krüger

Reparaturarbeiten dringend nötig

© Pascal Beucker

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft gibt seine weit verbreitete Imagekampagne auf. Nicht, weil der Branche die Kosten von 18 Millionen Euro im Jahr zu hoch sind, sondern weil große Anbieter ihre eigenen Werbefeldzüge unterlaufen sahen.

Dabei hat die Branche Image-Reparaturarbeiten dringend nötig. Versicherer verlangen viel Geld, aber wenn man sie braucht, zahlen sie nicht oder zu wenig, das ist die landläufige Meinung. Immer wieder fühlen sich Ärzte schlicht übers Ohr gehauen, wenn sie die Auszahlung aus ihrer Lebens- oder Rentenversicherung sehen.

Statt Kampagnen aufzulegen, sollten Versicherer ihr Geschäftsmodell vom Kopf auf die Füße stellen und endlich ihre Black-Box-Verträge zu transparenten, vergleichbaren Policen umbauen.

Ein Beispiel: In diesen Tagen veröffentlichen die Versicherer ihre Überschussbeteiligung für 2012 in der Lebensversicherung. Die einen senken sie aufgrund der widrigen Verhältnisse auf den Kapitalmärkten etwas mehr, die anderen etwas weniger.

Aber: Vielleicht bekommen Ärzte bei den Anbietern mit einer geringeren Überschussbeteiligung trotzdem mehr gutgeschrieben als bei denen mit einer höheren. Denn entscheidend ist, was der Versicherer nach Abzug der Kosten von der Prämie übriglässt und verzinst. Aber wie viel das ist und in Zukunft sein wird, ist kaum nachvollziehbar.

Und das ist nur eines von vielen Problemen in einem Markt, in dem mangels echter Vergleichbarkeit und versteckter Kosten kein wirklicher Wettbewerb herrscht. Solange die Branche nicht die Kraft zum Umsteuern aufbringt, wird keine Imagekampagne helfen, ihr Ansehen zu verbessern.

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