Ärzte Zeitung online, 09.11.2017

Klinik-Haftpflicht

Catalina Re sorgt für Zurich-Kunden

Die Zurich hat ihr Geschäft mit Klinikhaftpflicht-Policen dem Abwicklungs-Spezialisten Catalina Re übertragen.

KÖLN. Der Schweizer Versicherer Zurich hat seine defizitäre Berufshaftpflichtsparte für Krankenhäuser und Krankenhausärzte in Deutschland abgegeben. Abnehmer ist die irische Tochter des Abwicklungs-Spezialisten Catalina Re in Bermuda.

Das Portfolio in der Abwicklung umfasste zum 31. Dezember 2016 Rückstellungen in Höhe von rund 450 Millionen Dollar (388 Millionen Euro), teilte der Versicherer mit. Wie viel Geld bei der Übertragung geflossen ist, wollte er nicht sagen. Die Sparte ist bereits seit 2013 für das Neugeschäft stillgelegt.

Krankenhäuser, gegen die jetzt Haftpflichtansprüche aus der Vergangenheit angemeldet werden, haben künftig Catalina als Versicherer. Niedergelassene Ärzte sind von dem Deal nicht betroffen, sie erhalten weiterhin Versicherungsschutz bei der Zurich.

Mit der Entscheidung reagiert der Konzern auf Probleme, die er seit Längerem mit der Klinikhaftpflichtversicherung hat. Jahrelang hatte der Versicherer in Deutschland aggressiv Berufshaftpflichtpolicen an Ärzte und Kliniken verkauft und viel zu geringe Prämien genommen.

Dabei wurden unrealistisch niedrige Schadenerwartungen angesetzt. 2012 klafften millionenschwere Lücken in den Schadenrückstellungen, die Zurich dann aufstocken musste.

Nicht nur die Zurich hat Probleme mit der Sparte. Auch andere Anbieter wie etwa die Stuttgarter Sparkassenversicherung haben sich der hohen Schäden wegen von der Klinikhaftpflicht verabschiedet. (acg)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Der kleine Unterschied ist größer als gedacht

Krankheiten verlaufen bei Männern und Frauen unterschiedlich, das ist bekannt. Die Gendermedizin deckt immer mehr die geschlechtsspezifischen Besonderheiten auf. mehr »

Prä-Op-Labor - Kein Einfluss auf den Bonus

Mit der Laborreform hat sich der Blick verstärkt auf das Prä-Op-Labor gerichtet. Das soll nicht auf die Laborkosten angerechnet werden. mehr »

So sieht die Gesundheitsversorgung in den 32 WM-Ländern aus

Bei der Fußball-WM in Russland sind die teilnehmenden Nationen mit hochkarätigen medizinischen Betreuerstäben am Start. Doch wie sieht es mit der Gesundheitsversorgung in der Heimat aus? mehr »