Ärzte Zeitung, 22.06.2005

INSULIN-THERAPIE

Wirkt Insulin nicht richtig, kann die Spritztechnik falsch sein

Eine Insulin-Therapie ist wie ein maßgeschneidertes Kleidungsstück, sagt Dr. Veronika Hollenrieder aus Unterhaching. Standardschemata gibt es nicht. Arzt und Patient müssen geduldig ein für die individuelle Situation zugeschnittenes Behandlungs-Schema erarbeiten. Dies führe meist zu guter Mitarbeit und zufriedenstellenden Ergebnissen.

Insulin sollte senkrecht in eine Hautfalte gespritzt werden. Die Nadel des Pens wird bis zum Anschlag in die Haut gestochen. Foto: Aventis Pharma/dpa/gms

Ein 70 kg schwerer gesunder Mann bildet pro Tag etwa 70 Einheiten Insulin, wie die Diabetologin, die eine Schwerpunktpraxis hat, in ihrem interessanten Vortrag erläutert. Je etwa zur Hälfte werde das Hormon unabhängig von der Nahrungsaufnahme (Basalrate) und nach den Mahlzeiten freigesetzt (Prandialrate).

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Die jeweils freigesetzte Menge des Insulins hängt zum Beispiel ab vom Alter, von der Art der Ernährung, vom Gewicht, von der Tageszeit sowie der Bewegung. Auch die Wirksamkeit des Insulins schwankt, zum Beispiel im Tagesverlauf. So sei die Insulin-Wirkung nachmittags besser als morgens. Denn am Vormittag führe der Kortisol-Gipfel zu einer gewissen Insulinresistenz. Welche weiteren Faktoren die Insulin-Wirkung beeinflussen, erfährt man im Vortrag.

Mit unterschiedlichen Insulinen und verschiedenen Behandlungsschemata ist es möglich, für die meisten Patienten eine günstige Therapie zu erarbeiten. Was sind jedoch die Kennzeichen der Basalinsulin-unterstützenden oralen Therapie (BOT), der intensivierten konventionellen Therapie (ICT), der supplementären Insulintherapie (SIT)? Das erläutert Hollenrieder in ihrem Vortrag.

Wenn sich bei einer Insulintherapie der Stoffwechsel nicht befriedigend einstellen läßt, etwa mit häufigen Hypo- oder Hyperglykämien, dann könne das auch an Fehlern bei der Injektion liegen.Was ist dabei zu beachten? Hollenrieder erläutert die richtige Spritztechnik und demonstriert sie in einem Videofilm.

Fast jeder dritte Diabetiker mache Fehler beim Insulinspritzen, sagt die Diabetologin. Etwa durch stumpfe Nadeln könne es an den Spritzstellen zu Lipohypertrophien kommen. Werde das Insulin dann weiter in solche gutartige Wucherungen injiziert, dann sei die Absorption des Hormons nicht mehr zu kalkulieren. Hollenrieder rät, die Spritzstellen bei Patienten mindestens einmal jährlich auf Lipohypertrophien zu untersuchen. (eis)

Den Vortrag, für den es nach bestandener Prüfung Punkte gibt, findet man nach Anmeldung bei www.qaef-akademie.de unter "Die Vorträge" - "Medizinische Themen" - "Insulin-Therapie".

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