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"Gerade in schwierigen Zeiten - Einigkeit macht stark!"

BDI-Präsident Dr. Wolfgang Wesiack hat sich bei der Eröffnung des Internistenkongresses für mehr Geschlossenheit innerhalb der Ärzteschaft ausgesprochen. Wir dokumentieren Auszüge aus seiner Rede, die uns vorab zur Verfügung stand.

Von Wolfgang Wesiack Veröffentlicht:

"2009 wird für die Gesundheitspolitik ein denkwürdiges Jahr werden und bleiben." Dr. Wolfgang Wesiack, BDI-Chef

2009 wird für die Gesundheitspolitik ein denkwürdiges Jahr werden und bleiben. Noch nie zuvor sind gleichzeitig so viele wichtige Stellschrauben des Systems verändert worden.

Im ambulanten Bereich ist mit der Neuordnung der vertragsärztlichen Vergütung mit der Einführung einer Euro-Gebührenordnung und der RLV ohne Übergansphase die seit langem bestehende Unterfinanzierung des ambulanten Systems mit einem Schlag allen deutlich geworden.

In den Krankenhäusern sind die DRGs jetzt scharf gestellt worden. Auch dort fällt die medizinische Versorgung der Patientinnen und Patienten mehr und mehr dem Primat der Ökonomie zum Opfer.

Besonders in einem Wahljahr mit der Bundestagswahl am 27. September sind Politiker für Forderungen empfänglicher, wollen sie doch wieder gewählt werden.

  • Wir treten weiterhin für die solidarische Absicherung des Krankheitsrisikos ein. Dabei müssen aber die individuellen Bedürfnisse und die individuelle finanzielle Leistungsfähigkeit berücksichtigt werden. Wir sind gegen die Einheitskasse.
  • Der Zugang des Bürgers zu allen notwendigen Leistungen muss erhalten bleiben. "Notwendig" heißt vielleicht für manche nur ausreichend. Für uns Ärzte heißt "notwendig" aber "mit besten Mitteln nach besten Kräften", also optimal. Wer haftet eigentlich dafür, dass für eine bestimmte Menge Geldes nur eine bestimmte Menge an optimalen Leistungen erbracht werden kann?
  • Die Transparenz des Systems muss verbessert werden. Vor allem müssen die Finanzströme auf allen Ebenen dargestellt werden. An der Stelle sagen wir aber auch, dass das beste weil transparenteste System die Kostenerstattung ist, für die wir deutlich eintreten.
  • Erhalt der wohnortnahen ambulanten haus - und fachärztlichen Versorgung durch den Arzt des Vertrauens als Dauerbetreuer. Voraussetzung hierfür ist und bleibt die Freiberuflichkeit, also die Unabhängigkeit des Arztes in seiner Berufsausübung.
  • Stärkung der Qualität medizinischer Versorgung. Hochleistungsmedizin muss finanziert, Forschung muss gefördert werden.
  • Stärkung der Eigenverantwortlichkeit des Bürgers.

In diesen Tagen gehen die politischen Parteien mit ihren Wahlprogrammen auf die Bürgerinnen und Bürger zu.

Wir werden nur dann auch Erfolg haben, wenn wir uns als Ärzteschaft in Zukunft einheitlicher und geschlossener als in der Vergangenheit und besonders gegenwärtig präsentieren. Nur weil wir uns kurzfristiger Vorteile wegen immer wieder in die Verfolgung von Partialinteressen verstricken lassen, ist es der Politik und auch den Krankenkassen gelungen, sich mit so vielen ihrer Forderungen zu unserem und der Patienten Nachteil sich durchzusetzen.

Nur Einigkeit macht stark. Für DGIM und BDI gilt dies auch. Auch wir sollten uns selbstkritisch hinterfragen, ob nicht DGIM und BDI, wie das vor exakt 50 Jahren bei der Gründung des BDI in unsere Satzung geschrieben wurde, eng und in Zukunft noch enger zusammen arbeiten und prüfen sollten, wie wir gemeinsam noch effizienter unsere Interessen in Klinik und Praxis vertreten können. Gemeinsamkeit macht stark. Gerade in schwierigen Zeiten sollten auch wir entschlossen nach vorne gehen!

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