Kommentar – Ausländische Ärzte

Noch kein Land in Sicht

Von Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht: 03.06.2019, 05:00 Uhr

Die Positionierung in der Frage, wie Ärzte aus dem Nicht-EU-Ausland ihre Kenntnisse und Fähigkeiten unter Beweis stellen sollen, fällt dem Deutschen Ärztetag schwer. Bislang hat er noch keine Lösung gefunden, mit der alle gut leben können.

Bereits im vergangenen Jahr haben die Delegierten für die Orientierung am dritten Staatsexamen plädiert, um die notwendige Fachkompetenz der ausländischen Ärzte nach bundeseinheitlichen Maßstäben überprüfen zu können. Die dadurch entstehenden Spielräume sind für viele ein Problem. Sie fürchten, dass ungeeignete Kandidaten durch die Maschen schlüpfen.

Aus Gründen der Patientensicherheit muss sichergestellt sein, dass ausländische Ärzte vom Können und den sprachlichen Fähigkeiten her in der Lage sind, Patienten adäquat zu versorgen. Viele Beispiele belegen, dass dies nicht immer der Fall ist. Fraglich ist , ob das dritte Staatsexamen die allein seligmachende Lösung ist.

Auch erfahrene und gute Ärzte aus Deutschland würden diese Latte sicher reißen, müssten sie noch einmal antreten. Die Herausforderung wird darin bestehen, ein praktikables Modell zu finden, das den Interessen der Patienten und der ausländischen Ärzte gerecht wird. Sie ist so groß, dass sie wohl noch weitere Ärztetage beschäftigen wird.

Lesen Sie dazu auch: Ärzte aus Drittstaaten: Ärztetag fordert drittes Staatsexamen

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