Rechtzeitige Op rettet das Schultergelenk

Die Kombination aus manueller Therapie und Op verhindert bei Impingement-Syndrom der Schulter irreversible Schäden.

Von Stefan Käshammer Veröffentlicht:
Was ist zu tun, wenn‘s im Schultergelenk klemmt?

Was ist zu tun, wenn‘s im Schultergelenk klemmt?

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DÜSSELDORF. Wenn es im Schultergelenk klemmt, ist der Verschleißprozess von Gelenkkapseln und Sehnen der Rotatorenmanschette meist schon weit fortgeschritten.

Ohne Behandlung kommt es fast immer zu einzelnen oder sogar zu irreversiblen Massenrupturen der beteiligten Sehnen, wie Dr. Jörn Kircher, Orthopäde an der Uniklinik Düsseldorf berichtete.

Die Patienten sollten deshalb möglichst früh behandelt werden.

Bei Patienten mit Impingement-Syndrom, also einer eingeschränkten Beweglichkeit der Schulter, sind meist etwa der M. supraspinatus, der M. subscapularis oder die Bizepssehnen beteiligt. "Arthroskopisch sehen wir das gesamte Spektrum von kleinen partiellen bis zu großen kompletten Rupturen", so Kircher.

Nach einer Massenruptur atrophieren die beteiligten Muskeln und es lagert sich Fett ein. In diesem Zustand sei eine Therapie kaum noch möglich. In einer Studie mit fast 1700 Patienten kam es im Schnitt drei Jahre nach Beginn der Beschwerden zu einer moderaten, und fünf Jahre danach zu einer schweren fettigen Degeneration.

Die muskuläre Atrophie setzte meist nach gut vier Jahren ein (Clin Orthop Relat Res 2010; 468: 1498).

"In der Schulter-Chirurgie hat sich in den letzten 15 Jahren enorm viel getan", so Kircher weiter. "Per Arthroskopie und mit modernen Nahtverfahren können wir heute bei Sehnenrupturen der Schulter viel bewirken."

Vor einer Operation sollte jedoch gerade bei Patienten mit leichten und mittelgradigen Befunden eine konservative Behandlung versucht werden. Damit sei häufig schon direkt nach der Anwendung eines manuellen Verfahrens eine signifikante Verbesserung der Schulterbeweglichkeit zu erzielen.

Die Zeit für einen konservativen Therapieversuch sei bei den meisten Patienten vorhanden, so Kircher. Das Ergebnis nach einer operativen Therapie sei nicht beeinträchtigt, wenn zwischen Indikationsstellung und Op-Termin vier Monate liegen. Das habe eine weitere Studie belegt (J Shoulder Elbow Surg 2011; 20: 62).

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