Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe

DKK-Eröffnung

Regierung will Krebsprävention und Survivorship-Angebote ausbauen

Zur Eröffnung des Deutschen Krebskongresses (DKK) hat die Bundesregierung ihre Krebsagenda vorgestellt. An der Aufweichung der Krankenhausreform gab es deutliche Kritik.

Veröffentlicht:
BMG-Staatssekretär Dr. Georg Kippels

BMG-Staatssekretär Dr. Georg Kippels skizzierte bei der Eröffnung des Deutschen Krebskongresses die Ziele der Bundesregierung bei der Krebsprävention.

© Peter-Paul Weiler, berlin-event-foto.de

„Krebsbekämpfung hat für die Bundesregierung absolute Priorität“, betonte Dr. Georg Kippels (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit (BMG), am Mittwoch bei der Eröffnung des 37. Deutschen Krebskongress (DKK) in Berlin.

Spürbare Erfolge seien in den vergangenen Jahren nicht zuletzt bei den medikamentösen Therapien erzielt worden: „Neue Arzneimittel bedeuten für viele Menschen längeres Leben, bessere Lebensqualität und manchmal auch Heilung.“

Trotz Finanznot: Innovationen sollen zugänglich bleiben

Allerdings seien neue Arzneimittel in der Onkologie nicht nur hochwirksam, sondern auch hochpreisig, was die Politik nicht ignorieren könne. Ende März werde die von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) eingesetzte Finanzkommission Gesundheit erste Vorschläge zu einer GKV-Finanzreform vorlegen.

Es gelte, so Kippels, die dauerhafte Bezahlbarkeit des GKV-Systems zu gewährleisten und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass Innovationen den Patienten weiterhin möglichst uneingeschränkt zugutekommen.

Lesen sie auch

Geld sei ein wichtiges Thema, aber nicht das einzige. Kippels hob hervor, dass die Bundesregierung und ihre Vorgängerregierung Früherkennung und Prävention ausgebaut hätten und die derzeitige Koalition beabsichtigt, dies weiter voranzutreiben.

So sei das Mammographie-Screening im Zwei-Jahres-Rhythmus Frauen zwischen 70 und 75 zugänglich gemacht worden, und auch die Altersgrenze werde in Kürze von 50 auf 45 Jahre gesenkt.

Ab April 2026 werde zudem die Lungenkrebsfrüherkennung mit Niedrigdosis-CT für (Ex-)Raucher Kassenleistung. „Verbesserungen erhoffen wir uns auch von einer neuen, risikoadaptierten Früherkennung beim Prostatakarzinom, über die der G-BA derzeit berät“, so Kippels.

Mehr Primärprävention und bessere Survivorship-Angebote

Mit Blick auf eine Weiterentwicklung der Primärprävention werde die Bundesregierung sich das Präventionsgesetz noch einmal vornehmen und auf mögliche Ergänzungen hin prüfen.

Stichworte, so der Staatssekretär, seien hier ein Ausbau der betrieblichen Gesundheitsförderung insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen sowie mehr Präventionsangebote für besonders vulnerable Gruppen auf kommunaler Ebene.

Dr. Georg Kippels

Dr. Georg Kippels ist seit Mai 2025 parlamentarischer Staatssekretär im BMG.

© Peter-Paul Weiler, berlin-event-foto.de

Für sich entdeckt hat die Bundesregierung auch das Thema Cancer Survivorship, also Langzeitüberleben nach Krebs. Mindestens 4,8 Millionen Langzeitüberlebende gebe es derzeit in Deutschland, so Kippels. Für diese gebe es viele gute Angebote, die aber wenig transparent seien.

Hier setzt das OPTILATER-Projekt an, das evidenzbasierte Empfehlungen für die Versorgung von Langzeitüberlebenden erarbeitet. Das BMG rechnet damit, dass die Ergebnisse im Laufe des Frühjahrs vorliegen werden.

„Systeme kollabieren jetzt“

Kippels ging auch auf die Bedeutung der Krankenhausreform für die Krebsversorgung ein. Hier solle insbesondere bei der Onkochirurgie stärker differenziert werden als zunächst vorgesehen: Konkret soll der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in Ausnahmefällen geringere Fallzahlen als die gesetzlich vorgegebenen festlegen dürfen, wenn das zur Aufrechterhaltung einer flächendeckenden Versorgung nötig sei.

Das wiederum stieß bei der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) auf deutliche Kritik. DKG-Präsident Professor Michael Ghadimi, Berlin, nannte es „extrem bedauerlich“, dass die Pläne aus der letzten Legislatur jetzt „mit Ausnahmeregeln und Übergangsfristen“ aufgeweicht und die Umsetzungsverantwortung in Richtung Bundesländer verschoben werde.

Dies koste wertvolle Zeit, die nicht zur Verfügung stehe: „Die Systeme kollabieren jetzt und heute. Reformen dürfen nicht am Schutz bestehender Strukturen scheitern.“ (gvg)

Mehr zum Thema

DKK-Eröffnung

Regierung will Krebsprävention und Survivorship-Angebote ausbauen

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe

DKK 2026

Immuntherapie bei Krebs: Komplexe Kombinationen gefragt

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
MRT-Bildgebung und Monitoring

© wedmoments.stock / stock.adobe.com

Plexiforme Neurofibrome bei Neurofibromatose Typ 1

MRT-Bildgebung und Monitoring

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Tab. 1: Verbesserung wichtiger Endpunkte nach 24-wöchiger randomisierter Behandlung mit Vimseltinib vs. Placebo (MOTION-Studie)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Tenosynoviale Riesenzelltumoren

Erste zugelassene systemische Therapie zeigt überzeugende Langzeiteffekte

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deciphera Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Durvalumab im Real-World-Vergleich

© Springer Medizin Verlag

ED-SCLC

Durvalumab im Real-World-Vergleich

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Bundesfinanzministerium erklärt Voraussetzungen

Aktivrente 2026: Was Ärztinnen und Ärzte wissen müssen

Lesetipps
Pipetten mit Flüssigkeiten im Labor.

© Alican/stock.adobe.com

Hoffnung durch KI & Co?

Drei neue Strategien gegen Pankreaskrebs

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Die Pressekonferenz zum DKK 2026 mit zahlreichen Menschen auf dem Podium.

© Peter-Paul Weiler, berlin-event-foto.de

DKK 2026

Immuntherapie bei Krebs: Komplexe Kombinationen gefragt

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Blick in den Darm mit einem Krebsgeschwür.

© Juan Gärtner / stock.adobe.com

Gastrointestinale Tumoren

Magen-Darm-Krebs: Wirklich immer früher?

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe