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DKK 2026

Immuntherapie bei Krebs: Komplexe Kombinationen gefragt

Das Prinzip, die körpereigene Immunabwehr zur Therapie von Krebserkrankungen zu nutzen, ist Teil des klinischen Alltags geworden. Den Weg zur Heilung machen bei vielen Karzinomen wahrscheinlich erst Kombinationsstrategien möglich, heißt es beim Deutschen Krebskongress.

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Die Pressekonferenz zum DKK 2026 mit zahlreichen Menschen auf dem Podium.

Bei der Pressekonferenz zum DKK 2026 waren vertreten (v.l.): Prof. Dr. Anke Reinacher-Schick, Kongresspräsidentin Deutscher Krebskongress 2026; Prof. Dr. Michael Ghadimi, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft e. V.; Gerd Nettekoven, Vorstand Stiftung Deutsche Krebshilfe; Tatjana Loose, Patientenvertreterin, Arbeitskreis der Pankreatektomierten (AdP e. V.); Prof. Dr. Sascha Dietrich, Universitätsklinikum Düsseldorf.

© Peter-Paul Weiler

Die Präzisionsonkologie ist im Alltag angekommen, erklärte Professor Anke Reinacher-Schick, Direktorin der Klinik für Hämatologie und Onkologie mit Palliativmedizin im St. Josef-Hospital des Katholischen Klinikums Bochum, zum Auftakt des Deutschen Krebskongresses (DKK) am Mittwoch in Berlin. Dabei schloss die DKK-Kongresspräsidentin ausdrücklich auch die Immuntherapie mit ein.

Immunzellen können Krebszellen erkennen und töten. Die Krebszellen entwickeln allerdings regelhaft Strategien, der Attacke des Immunsystems zu entkommen. Mit Checkpoint-Inhibitoren konnte ein „Immune Escape“ erstmals rückgängig gemacht werden. Diese Art der Immuntherapie komplettiert die Chemotherapie in vielen Fällen, berichtete Professor Sascha Dietrich, Direktor der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Klinische Immunologie am Universitätsklinikum Düsseldorf.

Eine Heilung ist dabei allerdings nur bei einigen Krebserkrankungen und auch dann nur bei einem Teil der Patientinnen und Patienten möglich.

Fortschritte: Bispezifische Antikörper, CAR-T-Zellen und Krebsimpfung

Bispezifische Antikörper, die gleichzeitig an Krebszellen und an T-Zellen binden, bekommen aktuell eine immer größere Bedeutung. Die räumliche Nähe von Immun- und Krebszellen führt zu einer sehr effektiven Elimination der Krebszellen – auch weil die aktivierten T-Zellen proliferieren und adaptiv auf die Notwendigkeit, gegen Krebszellen vorzugehen, reagieren, erläuterte Dietrich.

Körpereigene T-Zellen, die gentechnisch mit chimären Antigenrezeptoren (CAR) ausgestattet werden, haben beispielsweise bei Lymphomen die Prognose der Patientinnen und Patienten verbessert. Allerdings verstirbt trotz dieser Therapie immer noch die Hälfte der wegen eines großzelligen B-Zell-Lymphoms Behandelten rasch, sagte Dietrich.

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Therapeutische Krebsimpfstoffe können nach einer Operation anhand des resezierten Karzinoms individuell angepasst an die Erkrankung eines Patienten hergestellt werden. Die wiederholte Gabe dieser Neoantigen-Vakzine soll helfen, eine längerfristige Tumorkontrolle zu erreichen.

Eine Heilung erreichen Krebsimpfstoffe alleine nicht, betonte Dietrich, spielen aber bereits in der Kombinationstherapie beim Melanom oder bei Lymphomen eine Rolle.

Komplexität erfordert interdisziplinäre, qualitätsgesicherte Zentren

Besonders groß sind die Herausforderungen für die Immuntherapie beim Pankreaskarzinom, für das nach wie vor wirksame Behandlungsstrategien gesucht werden. Betroffene sprechen nur in Einzelfällen auf bisherige Immuntherapien an. Dietrich sieht die Chance für einen größeren Erfolg in kombinierten Therapiestrategien.

Publiziert wurde beispielsweise ein Vorgehen mit Operation und anschließender Checkpoint-Inhibition, während parallel die Herstellung einer patientenindividuellen Vakzine erfolgte. Die Krebsvakzine wurde in einem nächsten Schritt parallel zu einer Chemotherapie verabreicht.

Solche Konzepte stehen erst am Anfang, meinte Dietrich. Die Zukunft liegt seiner Ansicht nach aber in solchen komplexen Kombinationen mit verschiedenen Immuntherapie-Ansätzen. (fk)

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