Gegenäußerung

Apothekenreform: Regierung weist die wichtigsten Einwände der Länder zurück

Die Apothekerschaft hat im Bundesrat einen starken Verbündeten. Die Länder machen sich die Branchenforderungen zur laufenden Reformgesetzgebung zu eigen. Die Bundesregierung zeigt sich wenig beeindruckt.

Veröffentlicht:
Sollen PTA die approbierte Apothekenleitung vertreten dürfen? Die Bundesregierung will das zumindest probeweise mal ermöglichen, um Filialbetriebe zu entlasten – auch als Antwort auf den Fachkräftemangel.

Sollen PTA die approbierte Apothekenleitung vertreten dürfen? Die Bundesregierung will das zumindest probeweise mal ermöglichen, um Filialbetriebe zu entlasten – auch als Antwort auf den Fachkräftemangel.

© Gerhard Seybert / Stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell)

Berlin. Was zu erwarten war: In wesentlichen Punkten der Apothekenreform (ApoVWG) lehnt die Bundesregierung die unlängst vom Bundesrat beschlossenen Änderungsvorschläge ab. Insbesondere was Vereinfachungen zur Gründung von Zweigapotheken betrifft sowie die Erprobung der Approbierten-Vertretung durch PTA – beides von Standesvertretern der Apotheker heftig angefeindet –, ist die Regierung alles andere als kompromissbereit.

In ihrer jetzt veröffentlichten Gegenäußerung heißt es, auf beide Vorhaben „soll nicht verzichtet werden“. Die Zurückweisung hatte sich bereits in der Rede des parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesgesundheitsministerium Dr. Georg Kippels (CDU) anlässlich der Plenumssitzung des Bundesrats Ende Januar abgezeichnet.

Inhaberverantwortung nicht in Frage gestellt

Die Anforderungen an Zweigapotheken seien auch im gegenwärtigen Gesetzentwurf „weiterhin so gestaltet, dass Zweigapotheken die Ausnahme, nicht die Regel bilden“, führt die Regierung zu ihrer Verteidigung an. Und die Approbierten-Vertretung stelle weder das Fremdbesitzverbot noch das Prinzip der persönlichen Inhaberverantwortung in Frage.

Von den insgesamt 30 Änderungsvorschlägen und Entschließungen die die Länder auf den Weg gebracht hatten, sollen neun „geprüft“ werden, lediglich ein Vorschlag findet gleich Gehör. Danach könne bei Benennung von zwei Apothekern in der Leitung eines Filialbetriebs „auf die Pflicht des Apothekenbetreibers zur Anzeige der Verantwortungsabgrenzung gegenüber der zuständigen Behörde“ verzichtet werden, wenn er nur zwingend überhaupt zur Veranwortungsabgrenzung verpflichtet wird – nichts, woran das Herz der Branche wirklich hinge.

Was dagegen die von der Apothekerschaft geforderte Honoraranhebung betrifft, der sich unterdessen auch die Länder angeschlossen haben, beharrt die Bundesregierung einmal mehr auf Verschiebung: „Vor dem Hintergrund der finanziellen Auswirkungen auf die gesetzliche Krankenversicherung und deren aktueller Finanzsituation muss die Umsetzung dieser im Koalitionsvertrag vorgesehenen Maßnahme momentan zurückgestellt werden.“

Kein Herz für Kostenzuschlag

Auch die Länder-Idee eines „Grundkostenzuschlags“, mit dem vor allem umsatzschwächere aber versorgungsrelevante Apotheken gefördert werden könnten, lehnt die Regierung als zu kompliziert „und mit zusätzlichem administrativem Aufwand verbunden“ ab.

Elemente der Apothekenreform, wie sie insbesondere von ärztlichen Standesvertretern kritisiert werden – Ausweitung des Impfangebots in der Offizin oder die eigenverantwortliche Abgabe rezeptpflichtiger Arzneimittel ohne ärztliche Verschreibung –, werden in der Gegenäußerung der Bundesregierung nicht aufgegriffen. Denn zu beiden Aspekten hatte die Länderkammer auch keinerlei Änderungswünsche formuliert. (cw)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
In Deutschland gibt es immer weniger klinische Forschung. Was Deutschland hingegen zu leisten imstande ist, zeigte sich zuletzt bei der COVID-19-Pandemie: mRNA-basierte Impfstoffe wurden schnell entwickelt und produziert.

© metamorworks / stock.adobe.com

Handlungsempfehlungen

Deutschland-Tempo statt Bürokratie-Trägheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Gendermedizin

Geschlechtsspezifische Unterschiede: Frauenherzen schlagen anders

Lesetipps