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Influenza

Grippe-Impfquote bei über 60-Jährigen laut BARMER „viel zu gering“

Da ist Luft nach oben: Die Influenza-Impfquoten in Deutschland bleiben hinter internationalen Zielen zurück. Selbst besonders gefährdete Gruppen würden nicht ausreichend erreicht, warnt die BARMER – und legt Zahlen vor.

Veröffentlicht:
Eine Ärztin mit einem gelben Impfheft im Gespräch mit einem älteren Patienten.

Ein Blick in den Impfausweis verrät, welche Impfungen fällig sind. (Symbolbild)

© Alexander Raths / stock.adobe.com

Berlin. Schlechte Nachrichten zum Thema Impfen: Die Influenza-Impfquoten in Deutschland bleiben deutlich hinter internationalen Zielen zurück. Selbst besonders gefährdete Gruppen wie Herzpatienten werden nicht ausreichend erreicht. Das geht aus dem neuen Arzneimittelreport der Krankenkasse BARMER hervor. Zentrale Aussagen der Studie sind:

  • Deutschland bleibt nach wie vor hinter den Zielen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei der Grippeimpfung zurück. Sechs von zehn der ab 60-Jährigen sind im Jahr 2023 nicht gegen Grippe geimpft worden.
  • Mit 29,7 Prozent weisen die Einwohner Baden-Württembergs die niedrigste Influenza-Impfquote in ganz Deutschland auf.
  • Mehr als die Hälfte der besonders durch Influenza gefährdeten Patienten in stationärer Pflege oder nach einem Herzinfarkt wurden im Jahr 2023 nicht gegen Grippe geimpft.
  • Die Einführung der Möglichkeit zur Influenzaimpfung in Apotheken zeitigt (bislang) keinen relevanten Effekt auf die Impfquote.
  • Die erreichte Impfquote von 40,8 Prozent ist lediglich zu 0,5 Prozent durch Impfung in Apotheken und zu 99,5 Prozent durch Impfung in Arztpraxen erzielt worden.

BARMER-Vorstandschef Professor Christopher Straub betont: „Gerade bei den vulnerablen Gruppen ist eine Influenzaimpfung wichtig.“ Studien belegten, dass Herzpatienten nach einer Impfung unter anderem deutlich bessere Überlebenschancen hätten. Dennoch würden bestehende Empfehlungen nur unzureichend umgesetzt.

Hausärzte in besonderer Verantwortung

Professor Daniel Grandt, Autor des Arzneimittelreports und seit 2005 Leiter des Arbeitskreises Arzneimitteltherapiesicherheit der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM), weist darauf hin, dass die Daten zur Schutzwirkung bei Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen so überzeugend seien, dass die European Society of Cardiology die Grippe-Impfung 2025 zur vierten Säule der kardiovaskulären Prävention erklärt habe.

Grandt weiter: „Die unzureichenden Impfquoten dieser Risikopatienten zeigen, dass dieser Erkenntnisfortschritt noch nicht in der Behandlungsrealität angekommen ist.“ Hier seien Hausärztinnen und Hausärzte gefordert, dies zu erläutern und umzusetzen. (hom)

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