Theodor Frerichs

Streiter für die Einheit der Inneren Medizin

Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin feiert 2019 den 200. Geburtstag ihres Gründers, Friedrich Theodor von Frerichs (1819-1885).

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Friedrich Theodor von Frerichs. Im Hintergrund zwei Seiten seines Werks „Klinik der Leberkrankheiten“.

Friedrich Theodor von Frerichs. Im Hintergrund zwei Seiten seines Werks „Klinik der Leberkrankheiten“.

© DGIM

WIESBADEN. „Die innere Heilkunde ist und bleibt der segenspendende Strom, von welchem die Specialfächer wie Bäche sich abzweigen und gespeist werden, die aber im Sande verrinnen und versiegen werden, wenn sie sich abtrennen.“ – Dieser Appell zur Einheit des Faches der Inneren Medizin, mit dem sich Friedrich Theodor von Frerichs als Präsident des „1. Congress für innere Medicin“ 1882 an seine Zuhörer gewandt hat, prägt auch heute noch das Grundverständnis der Inneren Medizin.

Frerichs, der im Jahr 2019 200 Jahre alt geworden wäre, stritt zeitlebens für die Einheit des Faches der Inneren Medizin. „Diesem Grundverständnis, welches Frerichs wie kein Zweiter unter seinen Fachkollegen vertrat, ist es zu verdanken, dass sich die Innere Medizin in Deutschland (...) auch heute noch trotz wachsender Subspezialisierung als vereintes Fach versteht“, schreiben Dr. Thomas Gamstätter, Mainz, und Professor Ulrich R. Fölsch, Kiel, über Frerichs. Als Internist sei er Pionier der Hepatologie, Gastroenterologie, Nephrologie und Diabetologie gewesen.

Friedrich Theodor von Frerichs, geboren am 24. März 1819 in Aurich, lebte nach seinem Staatsexamen 1842 zunächst als Ophthalmologe in seiner Heimatstadt, danach ging er zurück an seine Alma Mater nach Göttingen.

Nach weiteren Stationen in Kiel und Breslau trat er 1859 an der Berliner Charité die Stelle als Direktor der Medizinischen Klinik und Professor für spezielle Pathologie und Therapie an – eine Position, die er bis zu seinem Tod im März 1885 behielt. Frerichs stand den ersten Kongressen für Innere Medizin von 1882 bis 1884 vor. Aus dem Kongress ging 1920 formal die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin hervor.

Hauptwerk von Frerichs ist für Gamstätter und Fölsch die „Klinik der Leberkrankheiten“: Dieses „Jahrhundertwerk“ überzeugte durch seine Systematik in der Beschreibung klinischer Fälle und begründete sein Renommee als „Vater der Hepatologie“. (mal)

Ausstellungen „Leben und Werk des Friedrich Theodor von Frerichs“:

4.-7. Mai 2019: Internistenkongress in Wiesbaden

6. Juni - 20. Oktober 2019: Medizinhistorisches Museum der Charité, Berlin

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