Hyperurikämie

28 Gene mischen bei Gicht mit

Um der Genese von Gicht auf die Spur zu kommen, haben Forscher das Erbgut von 140.000 Personen unter die Lupe genommen.

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Schmerzende Gelenke?

Schmerzende Gelenke?

© Jeannot Olivet/istockphoto.com

FREIBURG. Wieso ist bei GichtPatienten der Harnsäurespiegel oft stark erhöht und wie beeinflusst er die Entstehung der Krankheit? Forscher der Nephrologischen Abteilung des Uniklinikums Freiburg haben hier jetzt neue Erkenntnisse publiziert.

Unter Leitung von Privatdozentin Dr. Anna Köttgen untersuchten 220 Wissenschaftler im internationalen "Global Urate Genetics Consortium (GUGC)" das Erbgut von 140.000 Studienteilnehmern und identifizierten 28 genetische Risikofaktoren für erhöhte Harnsäurespiegel, teilt das Universitätsklinikum Freiburg mit.

Darunter waren auch 18 neu identifizierte Genloci, die mit dem Serum-Harnsäurespiegel assoziiert sind. Die Genvarianten, die zu einem erhöhten Harnsäurespiegel führten, seien auch mit einem deutlich erhöhten Gichtrisiko assoziiert.

Basis für Entwicklung von Arzneien

Die klinische Relevanz dieser neuen Erkenntnisse, über die die Zeitschrift "Nature Genetics" (2012; online 23. Dezember) in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, erläutert Professor Gerd Walz, Ärztlicher Direktor der Nephrologischen Abteilung des Universitätsklinikums in der Mitteilung.

Walz: "Bei vielen Gichtpatienten können wir den erhöhten Harnsäurespiegel momentan mit Medikamenten nicht ausreichend senken. Diese Forschungsarbeit stellt eine wichtige Grundlage für die Erforschung neuer Mechanismen dar, die wir verstehen müssen, damit neue Therapeutika entwickelt werden können."

Den Freiburger Forschern um Köttgen war es bereits vor zwei Jahren - basierend auf einer ähnlichen genetischen Studie - gelungen, einen bis dahin unbekannten Harnsäuretransporter in der menschlichen Niere zu identifizieren, der nun einen Ansatzpunkt für potenzielle neue Arzneien zur Therapie bei Gicht darstellt.

Daten von über 70 Einzelstudien

Die jetzt veröffentlichte Studie des GUGC-Konsortiums, in die Daten von über 70 Einzelstudien aus Europa, den USA, Japan und Australien einflossen, stellt die bisher weltweit größte Untersuchung zu diesem Thema dar, heißt es in der Mitteilung des Uniklinikums Freiburg.

Als Nächstes möchten die Wissenschaftler die molekularen Mechanismen besser verstehen lernen, die dem erhöhten genetischen Risiko für Gicht zugrunde liegen, und sie wollen untersuchen, ob sich die genetischen Informationen nutzen lassen, um die Wahrscheinlichkeit für eine Gichterkrankung besser vorherzusagen. (eb)

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