Direkt zum Inhaltsbereich

350 Meter in sechs Minuten: bei COPD kritische Grenze

NEU-ISENBURG (ikr). Jeder Meter zählt - das gilt auch für COPD-Kranke. Regelmäßiges körperliches Training macht sie im Alltag belastbarer. Sie haben weniger Exazerbationen und müssen seltener in die Klinik als Untrainierte. Das ist in Studien bereits nachgewiesen. Jetzt gibt es neue Daten dazu.

Veröffentlicht:
Gehtraining erhöht Fitness.

Gehtraining erhöht Fitness.

© Yuri Arcurs / shutterstock.com

Um zu beurteilen, wie gut oder schlecht der gesundheitliche Zustand von COPD-Patienten war, haben niederländische Forscher um Dr. Martijn A. Spruit vom Ciro-Center in Horn die Gehgeschwindigkeit anhand des Sechs-Minuten-Gehtests gemessen.

Die Ergebnisse haben sie vor kurzem auf der Jahrestagung der US-Lungenmediziner (www.thoracic.org) in Denver vorgestellt.

Bei 2110 COPD-Patienten mit unterschiedlichem Erkrankungsgrad haben sie über einem Zeitraum von drei Jahren jährlich einen Sechs-Minuten-Gehtest vorgenommen.

200 Patienten starben im Verlauf der drei Jahre, und 650 mussten aufgrund einer Verschlimmerung ihrer Erkrankung (Exazerbation) mindestens einmal in eine Klinik eingewiesen werden.

Wer nur 357 Meter in sechs Minuten schaffte, hatte ein erhöhtes Risiko für eine Klinikeinweisung. Und wer in sechs Minuten nur 334 Meter oder weniger zurücklegen konnte, hatte ein erhöhtes Sterberisiko.

Zum Vergleich: Gesunde kommen je nach Training, Gewicht, Alter und Geschlecht in derselben Zeit auf 700 bis 800 Meter, gut Trainierte sogar auf einen Kilometer und darüber, so Experten.

Außer täglichem Gehtraining eignen sich für COPD-Patienten auch regelmäßiges Ausdauer- und Krafttraining, etwa in Lungensportgruppen. Das senkt die Exazerbationsrate um 15 bis 20 Prozent.

Außerdem haben sich Raucherentwöhnung, Grippe- und Pneumokokkenimpfung sowie die medikamentöse Therapie als effektive Schutzmaßnahmen gegen schwere Krisen erwiesen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Dosieraerosol, Pulverinhalator, Vernebler

Fallstricke bei der Inhalationstherapie im Kindesalter

Prävalenz-Vergleich der Kreise

Auffällig hoher Anteil an multimorbiden Menschen in Ostdeutschland

Metaanalyse

Atemwegsviren auch bei nichtakutem Asthma häufig nachweisbar

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Praktische Tipps

Aufgebrachte Patienten? Wie Praxisteams sicher deeskalieren

Präexpositionsprophylaxe

HIV-PrEP: Diese Möglichkeiten gibt es

Barrieren abbauen

Menschen mit Behinderung in der Praxis: Kleine Stellschrauben, große Wirkung

Lesetipps
Viren schweben über Kot.

© Shawon / Generated with AI / Stock.adobe.com

Heimische Zoonosen

Wie Sie eine Hantavirus-Infektion erkennen