Chirurgie

500 000 Menschen auf der Flucht

GENF (dpa/ag). Insgesamt 60 000 Menschen, darunter Hunderte von Bundesbürgern, sind angesichts der kriegerischen Auseinandersetzungen im Libanon bislang nach Zypern in Sicherheit gebracht worden. Das teilte das UN-Koordinationsbüro für humanitäre Hilfe in Genf mit.

Veröffentlicht: 24.07.2006, 08:00 Uhr

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) rief unterdessen zu Spenden auf. Damit solle der wachsenden Zahl vertriebener Menschen im Libanon humanitäre Hilfe geleistet werden. Nach UN-Angaben sind dort etwa eine halbe Million Menschen auf der Flucht. Die IOM braucht nach eigenen Angaben zwölf Millionen Dollar (9,5 Millionen Euro), um Menschen zu helfen, die im Libanon festsitzen, darunter auch illegale ausländische Arbeiter.

Für Zehntausende Menschen richtet die Caritas Libanon Notunterkünfte ein und versorgt die Flüchtlinge in Sozialzentren und Schulen mit Nahrung, Wasser und Medikamenten. Besonders dringlich sei die Hilfe für Einwanderer aus Asien und Afrika. Das Schicksal dieser Migranten, die teilweise ohne Papiere im Libanon lebten, dürfe nicht in Vergessenheit geraten, sagte der Direktor der Caritas Libanon, Pere Louis Samaha.

Caritas international, das Hilfswerk der deutschen Caritas, hat 100 000 Euro als Soforthilfe bereitgestellt. Caritas Libanon, die seit vielen Jahren ein Migrationszentrum in Beirut unterhält, steht in Kontakt mit den Botschaften von Sri Lanka, Bangladesh, Philippinen und Äthiopien, um die illegalen Migranten zu versorgen und in ihre Herkunftsländer zu bringen. Insgesamt arbeiten mehr als 200 000 Kindermädchen und Haushaltshilfen im Libanon.

Viele Parks der libanesischen Hauptstadt Beirut haben sich inzwischen in Flüchtlingslager verwandelt. Wo sonst Jogger ihre Runden ziehen und Mütter mit ihren Kindern picknicken, suchen Menschen jetzt Sicherheit vor israelischen Bomben. Sie sind aus den zumeist von Schiiten bewohnten südlichen Stadtteilen geflohen, die nach tagelangen Luftangriffen weitgehend Trümmerlandschaften gleichen.

Furchtsam hocken Kinder in den Parks neben ihren Eltern und wagen nicht, ihren Platz zu verlassen, um herumzutollen. "Meine Kinder sind traumatisiert. Sie weichen nicht von der Stelle", sagt Amira Fakih. "Ich habe ein krankes Kind und kein Geld. Der einzige Platz, den ich mir leisten kann, ist der Park", sagt Khadija, eine Bewohnerin des Beiruter Stadtteils Haret Hreik.

Die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs (IPPNW) fordern von der Bundesregierung, sich für einen Waffenstillstand im Nahen Osten einzusetzen.

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