Kommentar

Adipositas-Op mit vielfältigem Nutzen

Von Wolfgang GeisselWolfgang Geissel Veröffentlicht:

Adipositas ist keine Charakterschwäche, sondern eine schwere Krankheit, und Betroffene müssen lebenslang behandelt werden. Wegen Folgekrankheiten ist bei morbider Adipositas (BMI über 40) die Lebensqualität extrem reduziert und die Lebenserwartung verringert.

Die einzig realistische Chance für die allermeisten Betroffenen, massiv an Gewicht zu verlieren, ist ein chirurgischer Eingriff mit Magenverkleinerung.

Nach den Eingriffen schmilzt nicht nur das Körpergewicht dahin, es werden nach Studiendaten auch das kardiovaskuläre Risiko reduziert sowie Diabetes, Fettleber und Arthrose gelindert.

Die Operationen sind allerdings nur erfolgreich, wenn sich eine gute Nachsorge anschließt. Betroffene müssen sich mit einem winzigen Restmagen vollwertig ernähren lernen. Oft ist eine psychische Betreuung der oft seit der Kindheit stigmatisierten Menschen nötig.

Noch gibt es nur wenige spezialisierte Zentren für Therapie und Nachsorge. Und auch weil die Finanzierung der Eingriffe in Deutschland nicht gesichert ist, sind stark adipöse Menschen unterversorgt.

Das sollte sich ändern: Nach ersten Hinweisen ist ein solches Konzept bei Adipositas kosteneffektiv, weil Folgekrankheiten gelindert oder vermieden werden.

Lesen Sie dazu auch den Bericht: Magen-Op schützt vor Infarkt-Tod

Mehr zum Thema

Adipositas

5-Jahres-Daten: Schlauchmagen-Op sicherer als Magenbypass

Gesundheitsförderung in Corona-Zeiten

Präventionskurs der Firma wandert digital ins Homeoffice

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Zeitgenössischer Kupferstich von William T. G. Morton und Kollegen im Massachusetts General Hospital in Boston. Mittels eines Glaskolbens führte Morton die Äthernarkose vor.

© akg-images / picture-alliance

175 Jahre Anästhesie

Triumph über den Schmerz

Nach erfolgreicher Sondierungswoche (v.l.n.r): Robert Habeck und Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz und FDP-Chef Christian Lindner am Freitag in Berlin.

© Kay Nietfeld/picture alliance

Erfolgreiche Sondierung

Das plant die Ampelkoalition im Bereich Gesundheit