KHK / Herzinfarkt

Ärzte plädieren weiter für beschichtete Stents

BERLIN (gvg). Trotz erhöhter Raten an Stentthrombosen sehen Kardiologen weiterhin gute Gründe, medikamentenbeschichtete Stents bei Patienten mit koronarer Herzerkrankung zu verwenden.

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"Viele von uns haben sich anfangs blenden lassen und ein wenig zu schnell gedacht, dass medikamentenbeschichtete Stents alle Probleme lösen", sagte Professor Sigmund Silber aus München auf einer Veranstaltung des Fortbildungsnetzwerks InnoKardio. Umgekehrt gebe es derzeit aber die Gefahr, zu undifferenziert auf Distanz zu den beschichteten Stents zu gehen.

In Deutschland liegt der Anteil medikamentenbeschichteter Stents im Moment bei etwa einem Drittel aller implantierten Stents. Zu wenig, wie Silber meint: "Wir sind damit weiterhin das Schlusslicht in Europa."

Inzwischen solide Daten zu späten Stentthrombosen

Die Daten zu den späten Stentthrombosen seien mittlerweile sehr solide. Pro Jahr hätten mit beschichteten Stents etwa um 0,1 Prozent mehr Patienten eine Stentthrombose als mit unbeschichteten Stents. Das sei ein signifikanter Unterschied. "Die Studien zeigen aber auch, dass sich die Gesamtsterberaten und die Zahl der Patienten mit Myokardinfarkt zwischen beschichteten und unbeschichteten Stents nicht signifikant unterscheiden", betonte Silber. Zumindest für den mit Paclitaxel beschichteten Taxus-Stent und für den mit Sirolimus beschichteten Cypher-Stent lägen diese Daten vor.

Den Grund sieht Silber darin, dass auch In-Stent-Restenosen bei etwa zehn Prozent der betroffenen Patienten Myokardinfarkte verursachen können. Und In-Stent-Restenosen sind bei den medikamentenbeschichteten Stents wesentlich seltener. "Die Vorteile gelten nach wie vor: Es kommt seltener zu Restenosen, seltener zu Klinikeinweisungen und seltener zu erneuten Interventionen an den Koronararterien als bei unbeschichteten Stents", betonte Silber.

Unterm Strich profitierten die Patienten damit zwar nicht durch eine geringere Sterberate, wohl aber durch eine höhere Lebensqualität, so der Experte. Wichtig sei allerdings, die duale Plättchenhemmung mit ASS und Clopidogrel nach dem Eingriff konsequent für ein Jahr anzuwenden.

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