Umweltmedizin

Ärzte und Kliniken müssen sich auf mehr Hitze-Opfer einstellen

HAMBURG (di). Ärzte und Krankenhäuser in Deutschland werden sich in Zukunft auf mehr Patienten mit hitzebedingten Beschwerden einstellen müssen. Die Folgen des Klimawandels auf die Gesundheit der Deutschen im letzten Drittel dieses Jahrhunderts werden nach einer Prognose des Kieler Instituts für Wirtschaftsforschung (IfW) beträchtlich sein.

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Das IfW hat im Auftrag von WWF (World Wide Fund for Nature) untersucht, wie sich steigende Temperaturen auf Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Menschen in den Jahren 2071 auf 2100 auswirken. Danach ist besonders Süddeutschland betroffen. So werden etwa in Mannheim 23 und in Frankfurt 19 zusätzliche Hitzetage (ab 32 Grad) im Jahr erwartet, in Hamburg nur neun.

Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Die Zahl der Hitzetoten wird um 5000 bis 15 000 pro Jahr in Deutschland steigen. Der Anstieg ist jeweils zur Hälfte auf die Hitze und auf die demografische Struktur zurückzuführen, da ältere Menschen durch Hitze besonders gefährdet sind.
  • Dies geht einher mit einer verringerten Zahl von Kälteopfern im Winter. Die moderateren Temperaturen führen in erster Linie in Norddeutschland zu einem Rückgang der Kälteopfer. Die Zahl der damit vermiedenen Todesfälle werde aber deutlich geringer ausfallen als die Zunahme der Hitzetoten.
  • Hitzebedingte Klinikeinweisungen werden deutlich zunehmen - von heute 24 500 auf 150 000 zum Ende des Jahrhunderts.
  • Die daraus resultierenden zusätzlichen Krankenhauskosten steigen auf etwa 495 Millionen Euro jährlich.

Weitere Auswirkungen des Klimawandels auf den Menschen prognostizieren die Wissenschaftler etwa durch Extermwetter-Ereignisse und durch von Zecken oder Mücken übertragene Krankheiten und Allergien. Zugleich räumt das IWF ein, dass Anpassungsstrategien die Folgen abschwächen können. Dazu zählen sie eine Akklimatisierung des menschlichen Organismus, aber auch technische Hilfsmittel wie etwa die zunehmende Verbreitung von Klimaanlagen.

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