Skelett- & Weichteilkrankheiten

An der Schulter wird gerne und viel arthroskopiert

Am Schultergelenk ist die Arthroskopie heute der Standard. Nicht immer jedoch ist die Datenlage gut.

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Arthroskopie an der Schulter: mittlerweile Quasi-Standard bei vielen Eingriffen.

Arthroskopie an der Schulter: mittlerweile Quasi-Standard bei vielen Eingriffen.

© smartmediadesign / fotolia.com

BERLIN (gvg). Egal ob Schulterluxation oder Problem mit der Rotatorenmanschette: An der Schulter wird gerne und viel arthroskopiert. Dr. Olaf Lorbach vom Klinikum Osnabrück gab beim Orthopädenkongress in Berlin einen Überblick über die mit Sport assoziierten Schulterprobleme bei Erwachsenen.

Bei den akuten Verletzungen ist vor allem die Schulterluxation zu nennen: "Hier kann konservativ oder operativ behandelt werden. Der Trend geht derzeit zur Op, weil die Gefahr von Reluxationen dann geringer ist", so Lorbach.

Werde operiert, komme heute zu über 70 Prozent die Arthroskopie zum Einsatz. Vor 15 Jahren seien es dagegen gerade einmal sieben Prozent gewesen, sagte der Experte.

Auch bei akuten Verletzungen des Acromioclaviculargelenks (ACG) ist die Arthroskopie auf dem Vormarsch. Eingesetzt werden in der Regel Drähte, die durch die Clavicula und die Basis des Coracoids gehen.

"Zwei Drähte haben dabei klinisch keinen Vorteil gegenüber nur einem Draht", so Lorbach. Bei ausgeprägteren ACG-Verletzungen seien zusätzliche Zerklagen hilfreich, um eine Stabilisierung zu erreichen. Auch diese könnten problemlos arthroskopisch eingesetzt werden.

Bei chronischen Verletzungen des Schultergelenks, vor allem bei Rupturen der Rotatorenmanschette, sind die zur Verfügung stehenden Verfahren deutlich vielfältiger. Der Trend geht hier zur biologischen Augmentation der Defekte, um Fäden und Ankerpunkte in den ohnehin meist degenerativ geschädigten Sehnen zu vermeiden.

Von sich reden macht in letzter Zeit vor allem das PRP-Verfahren, eine Form der Eigenbluttherapie, bei der thrombozytenreiches Plasma durch Plasmapherese aus Patienten-eigenem Blut gewonnen wird. "Dieses Konzentrat wird dann arthroskopisch unter den Defekt injiziert", berichtete Lorbach.

Der Spezialist warnte allerdings vor einer unkritischen Indikationsstellung. "In vitro wurde nachgewiesen, dass die Tendozyten dadurch tatsächlich aktiviert werden. Aber klinisch müssen wir erst noch abwarten, was die Daten bringen."

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