Nordrhein-Westfalen

Antibiotika-Belastung in Badeseen gering

Veröffentlicht: 10.06.2019, 11:30 Uhr

BONN. Forscher vom Uniklinikum Bonn haben Badegewässer in NRW getestet und geben weitgehend Entwarnung: Sie fanden in 16 Seen nur sehr geringe Mengen an Antibiotika und entsprechenden resistenten Keimen (Expo Health 2019; online 1. Juni).

Die Wissenschaftler des Uniklinikums Bonn beprobten mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) während der Badesaison im Jahr 2018 insgesamt vier Mal die Gewässer, darunter den Baldeneysee, den Fühlinger See und den Zülpicher See.

Das Ergebnis: Zehn Badeseen waren völlig unbelastet. In drei Badegewässern wurden niedrige Konzentrationen an Antibiotika-Rückständen gemessen. Nur bei zwei Badegewässern gab es Hinweise auf eine geringe Belastung mit Antibiotika und -Resistenzgenen (Baldeneysee und Seebad Haltern).

Vier Proben zeigten vereinzelte, geringe Antibiotika-Verunreinigungen (Elfrather See, Freilinger See, Großer Weserbogen und Naturheilbad Heil), berichtet das Uniklinikum.

Die Forscher gehen davon aus, dass diese geringen Belastungen mit Antibiotika und -resistenzgenen für gesunde Menschen kein Gesundheitsrisiko darstellen, heißt es in der Mitteilung des Uniklinikums. „Allerdings sollten Patienten mit Beeinträchtigungen des Immunsystems generell natürliche Badegewässer meiden“, betont Professor Martin Exner, einer der Autoren, in der Mitteilung.

Menschen mit Risikofaktoren, wie etwa chronischen Wunden, offenen Hauterkrankungen, andauernden Antibiotikabehandlungen oder etwa Urinkatheter, rät der Mediziner davon ab, in belasteten Gewässern zu baden.

„Die Ergebnisse der Studie sind nicht direkt auf andere Badegewässer übertragbar“, wird Erstautor Dr. Manuel Döhla zitiert. Allerdings zeigten auch Gewässeruntersuchungen aus Niedersachsen, Bayern und Rheinland-Pfalz ähnlich geringe Werte zu Antibiotika und -resistenzgenen.

Die Wissenschaftler des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit des Universitätsklinikums Bonn wollen ihre Untersuchung der Badegewässer auf Antibiotika und entsprechende Resistenzen ausweiten. Döhla: „Wir brauchen mehr Daten, um die Risiken für die Badenden noch besser klassifizieren zu können.“ (eb)

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