Antidepressivum stillt Juckreiz bei Leberkranken

DALLAS (hsr). Hautjucken, das durch gestaute Galle verursacht wird, scheint mit Sertralin langfristig gelindert werden zu können. Dieser jetzt erstmals bei Patienten mit primärer biliärer Zirrhose (PBC) beobachtete Effekt des Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmers stützt die Bedeutung serotonerger Nervenfasern bei der Wahrnehmung von Juckreiz.

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Generalisierter Pruritus bei cholestatischen Lebererkrankungen bereitet, wie Dr. Jeff Browning und seine Mitarbeiter berichten, mit der üblichen Medikation immer wieder therapeutische Probleme. Die US-Gastroenterologen von der Universität von Texas in Dallas haben, angeregt durch erste positive Erfahrungen mit Sertralin bei Patienten der Autoimmunerkrankunge und Juckreiz, 40 PBC-Kranke in eine Studie aufgenommen (AJG 98, 2003, 2736). Zehn Patienten wurden zusätzlich zur Standardmedikation bei primärer biliärer Zirrhose - also mit den Medikamenten Ursodeoxycholsäure, Methotrexat und Colestyramin - über mindestens sechs Monate mit durchschnittlich täglich 75 Milligramm Sertralin behandelt.

Drei PBC-Patienten, so ergab die Auswertung der klinischen Studie, klagten weder vor noch nach der ein- bis fünfjährigen Behandlung mit Sertralin über Pruritus. Nur ein Patient sprach auf das Antidepressivum überhaupt nicht an. Bei sechs Patienten - das sind 86 Prozent - verringerte sich das Hautjucken jedoch deutlich oder klang völlig ab. In der Folge konnten sie die Behandlung mit anderen juckreizstillenden Mitteln reduzieren oder schließlich sogar ganz absetzen.

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