Direkt zum Inhaltsbereich

Antikörper-Therapie lindert Bechterew-Symptome

SAN DIEGO (gvg). Eine Therapie mit dem monoklonalen Antikörper Adalimumab bessert nach zwölf- und 24wöchiger Behandlung bei Morbus Bechterew die Beschwerden und erhöht die Lebensqualität. Das belegen erste Ergebnisse einer Phase III-Studie.

Veröffentlicht:

Die ATLAS-Studie (Adalimumab Trial Evaluating Long-Term-Efficacy and Safety in AS) wurde auf der Konferenz des American College of Rheumatology in San Diego vorgestellt. An der randomisierten, kontrollierten Untersuchung nahmen 315 Patienten mit Morbus Bechterew teil. Sie erhielten 24 Wochen lang entweder 40 mg Adalimumab (Humira®) als subkutane Injektion alle zwei Wochen oder Placebo.

Sowohl nach zwölf als auch nach 24 Wochen war die Verum-Therapie derjenigen mit Placebo klar überlegen. Eine mindestens 20prozentige Verbesserung des Morbus Bechterew-Scores ASAS (Assessment in Ankylosing Spondylitis) lag nach zwölf Wochen bei 58 Prozent und nach 24 Wochen bei 51 Prozent der mit Adalimumab behandelten Patienten vor.

In der Placebogruppe traf dies für 21 und 19 Prozent zu. Der Score ASAS berücksichtigt Krankheitsaktivität, Schmerz und funktionelle Parameter bei Morbus Bechterew.

Eine schwerer zu erreichende ASAS40-Antwort (mindestens 40prozentige Verbesserung im ASAS-Score) wiesen nach 24 Wochen 39 Prozent der mit dem Antikörper behandelten Patienten auf, aber nur 14 Prozent der Patienten in der Placebo-Gruppe.

Untersucht wurde in der von dem Unternehmen Abbott unterstützten Studie auch die Lebensqualität. Benutzt wurden dafür sowohl allgemeine als auch Morbus-Bechterew-spezifische Fragebögen. In beiden Fällen schnitt Adalimumab statistisch signifikant besser ab als Placebo.

Bei der Häufigkeit schwerer und sehr schwerer unerwünschter Wirkungen sowie bei den Infektionen gab es keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen beiden Gruppen. Wie auch bei anderen Biologicals ist bei Adalimumab die Gesamthäufigkeit unerwünschter Wirkungen verglichen mit Placebo erhöht (78 Prozent gegenüber 62 Prozent).

Wegen der guten Studienergebnisse hat Abbott im Oktober in Europa und den USA die Zulassung für Adalimumab bei Morbus Bechterew beantragt.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

JAK-Inhibitor

Alopecia areata: Rote-Hand-Brief zu Ritlecitinib

Mögliche frühe Manifestation

Erst das trockene Auge – dann die Autoimmunerkrankung?

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Therapie je nach Risiko

Akute Lungenembolie: Was die optimale Therapie ausmacht

Prävalenz-Vergleich der Kreise

Auffällig hoher Anteil an multimorbiden Menschen in Ostdeutschland

Lesetipps