Arzt der Eiskunstläufer war früher selbst Meister

TURIN/KÖLN (akr). Als die Eiskunstläuferin Aljona Sawtschenko beim dreifachen Wurfsalchow im Pflichtprogramm unsauber landete, stockte Dr. Stefan Pfrengle der Atem. Der niedergelassene Orthopäde, selbst ehemaliger Aktiver, steht als Mannschaftsarzt der Deutschen Eislauf-Union beim Start deutscher Eiskunstläufer stets an der Bande.

Veröffentlicht:

Dreimal war Pfrengle im Eiskunst-Paarlauf Deutscher Meister, sechs Jahre Mitglied der Nationalmannschaft. Doch die Qualifikation zu den Olympischen Wettkämpfen hat er als Sportler knapp verfehlt. Jetzt ist er als Arzt mit dabei.

Seit fast zehn Jahren betreut der Ludwigshafener die Sportler des Verbands, einige kennt er noch aus seiner Zeit als Aktiver. "Sportler haben ein enges Verhältnis zu ihrem Arzt", weiß er aus doppelter Erfahrung.

In den Jahren 1986 wurde der heute 42jährige mit Kerstin Kimminus und 1989 und 1990 mit Anuschka Gläser Deutscher Meister im Paar-Lauf. Sein Medizinstudium absolvierte Pfrengle parallel zu seiner sportlichen Karriere.

"Daß ich etwas in Richtung Bewegungsapparat machen würde, war von Anfang an klar", berichtet er. Als er 1992 mit dem Praktischen Jahr begann, hörte er mit dem Hochleistungssport auf. Seit 2001 ist er als Orthopäde in einer Gemeinschaftspraxis niedergelassen.

Der Arzt muß bei den Olympischen Spielen für die fünf von ihm betreuten Sportler rund um die Uhr ansprechbar sein. "Ich bin bei jedem Training und bei den Wettkämpfen dabei", sagt er. Passiert den Läufern im Wettkampf etwas, haben sie zum Beispiel Nasenbluten oder sich die Hand aufgeschnitten, bleiben für die medizinische Behandlung nur drei Minuten Zeit.

Dauert die Versorgung länger, werden die Athleten disqualifiziert. Für gravierende Unfälle - falls etwa der Paarläufer während einer Hebefigur in ein Eisloch fährt, die Partnerin hinabstürzt und sich schwer verletzt - steht in der Halle ein Rettungsdienst zur Verfügung.

Leistungsdiagnostik steht während der Olympischen Winterspiele für Pfrengle nicht mehr auf dem Programm. "Die Sportler sind reif für den Wettkampf", sagt der Arzt. Er kommt zum Einsatz, wenn akute Beschwerden auftreten. Zu seinen Aufgaben gehört auch zu prüfen, ob die von den Athleten eingenommenen Medikamente dem Anti-Doping-Reglement entsprechen.

Drei bis vier Wochen im Jahr verbringt der zweifache Vater mit der Tätigkeit als Eislauf-Arzt, hinzu kommen viele Vorträge. Auf die Olympischen Spiele hat er sich nicht nur wegen des Sports gefreut. "Es ist immer wieder schön, bei Wettkämpfen alte Bekannte zu treffen", sagt er. Dazu gehören nicht nur ehemalige Team-Kollegen. Und: "Ich reise auch mit Preisrichtern, die mich früher bewertet haben."

Mehr zum Thema

Umbrella-Review

Welcher Sport bei Depression und Angststörung am besten hilft

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Tab. 1: Verbesserung wichtiger Endpunkte nach 24-wöchiger randomisierter Behandlung mit Vimseltinib vs. Placebo (MOTION-Studie)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Tenosynoviale Riesenzelltumoren

Erste zugelassene systemische Therapie zeigt überzeugende Langzeiteffekte

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deciphera Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Junge Frau im Rollstuhl

© Julia Zavalishina / stock.adobe.com

Interview

Was eine gute Reha beim Post-COVID-Syndrom ausmacht

Ein älterer Mann muss stark husten und hält eine Hand auf seine Brust.

© Getty Images

Infektionsmanagement

Keuchhusten: Was bei der Behandlung Erwachsener wichtig ist