Bronchial-Karzinom

Auch die dritte Krebstherapie wirkt noch

LEIPZIG (grue). Auch bei einem weit fortgeschrittenem Bronchial-Ca können Chemotherapien dazu beitragen, daß die Patienten länger leben als nicht behandelte Patienten. Das gilt nicht nur für die zuerst gewählte Therapie, sondern auch für Zweit- und Drittlinientherapien.

Veröffentlicht: 09.11.2006, 08:00 Uhr

Drei von vier Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) haben bereits bei der Diagnose eine fortgeschrittene Erkrankung, wie Professor Wolfgang Schütte aus Halle auf der Tagung der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie in Leipzig sagte.

Die Patienten werden zunächst mit einer Kombination aus zwei Zytostatika behandelt, von denen eines ein Platinderivat ist. Bewährt habe sich etwa die Therapie mit Gemcitabin (Gemzar®) plus Cisplatin oder - bei geschwächten Patienten - mit Carboplatin, sagte Schütte. Mit Gemcitabin/Carboplatin betrage die Ein-Jahres-Überlebensrate etwa 40 Prozent.

Ähnlich wirksam sind Taxan-Platin-Kombinationen. Aber: Patienten mit dem DNA-Reparaturenzym ERCC1 sprechen schlecht auf Cisplatin an. Und das verwandte Enzym RRM1 schränkt die Wirkung von Gemcitabin ein. "Eine Therapie, die die individuelle Enzymausstattung berücksichtigt, ist daher besonders effektiv", so Schütte auf der von Lilly unterstützten Veranstaltung.

Wenn die erste Therapie nicht mehr wirkt oder die Patienten einen Rückfall bekommen, sollte eine Zweitlinien-Therapie mit Pemetrexed (Alimta®) folgen, sagte Professor Axel-Rainer Hanauske aus Hamburg. Denn etwa 30 Prozent der Patienten leben damit noch für mindestens ein weiteres Jahr. Der Enzym-Hemmer ist so effektiv wie Docetaxel, das auch für die Zweitlinien-Therapie bei NSCLC zugelassen ist. "Pemetrexed ist aber besser verträglich", so Hanauske.

Die Zeitspanne ohne schwere Toxizitäten betrage bei Pemetrexed median 7,5 Monate, bei Docetaxel 2,3 Monate. "Längeres Überleben bei noch guter Lebensqualität ist das Ziel in der Zweitlinien-Therapie." Bei inoperablem und metastasiertem NSCLC würden solche Therapien noch zu selten angeboten, so Hanauske.

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