Auch die dritte Krebstherapie wirkt noch

LEIPZIG (grue). Auch bei einem weit fortgeschrittenem Bronchial-Ca können Chemotherapien dazu beitragen, daß die Patienten länger leben als nicht behandelte Patienten. Das gilt nicht nur für die zuerst gewählte Therapie, sondern auch für Zweit- und Drittlinientherapien.

Veröffentlicht:

Drei von vier Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) haben bereits bei der Diagnose eine fortgeschrittene Erkrankung, wie Professor Wolfgang Schütte aus Halle auf der Tagung der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie in Leipzig sagte.

Die Patienten werden zunächst mit einer Kombination aus zwei Zytostatika behandelt, von denen eines ein Platinderivat ist. Bewährt habe sich etwa die Therapie mit Gemcitabin (Gemzar®) plus Cisplatin oder - bei geschwächten Patienten - mit Carboplatin, sagte Schütte. Mit Gemcitabin/Carboplatin betrage die Ein-Jahres-Überlebensrate etwa 40 Prozent.

Ähnlich wirksam sind Taxan-Platin-Kombinationen. Aber: Patienten mit dem DNA-Reparaturenzym ERCC1 sprechen schlecht auf Cisplatin an. Und das verwandte Enzym RRM1 schränkt die Wirkung von Gemcitabin ein. "Eine Therapie, die die individuelle Enzymausstattung berücksichtigt, ist daher besonders effektiv", so Schütte auf der von Lilly unterstützten Veranstaltung.

Wenn die erste Therapie nicht mehr wirkt oder die Patienten einen Rückfall bekommen, sollte eine Zweitlinien-Therapie mit Pemetrexed (Alimta®) folgen, sagte Professor Axel-Rainer Hanauske aus Hamburg. Denn etwa 30 Prozent der Patienten leben damit noch für mindestens ein weiteres Jahr. Der Enzym-Hemmer ist so effektiv wie Docetaxel, das auch für die Zweitlinien-Therapie bei NSCLC zugelassen ist. "Pemetrexed ist aber besser verträglich", so Hanauske.

Die Zeitspanne ohne schwere Toxizitäten betrage bei Pemetrexed median 7,5 Monate, bei Docetaxel 2,3 Monate. "Längeres Überleben bei noch guter Lebensqualität ist das Ziel in der Zweitlinien-Therapie." Bei inoperablem und metastasiertem NSCLC würden solche Therapien noch zu selten angeboten, so Hanauske.

Mehr zum Thema

Daiichi Sankyo & AstraZeneca

Enhertu® bei HER2-positivem NSCLC zugelassen

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Komplikationen bei Diabetes

Diabetische Hand: leicht zu erkennen, oft übersehen

Lesetipps
Mit ihren Erfahrungen seien Krebspatienten als gleichwertige Partner in der Forschung anzusehen, sie seien deshalb in diese mit einzubeziehen, forderte Kongresspräsident Professor Reinhard Büttner bei der Eröffnung des DKK 2024.

© Peter-Paul Weiler

Eröffnung des DKK 2024

Appell beim Krebskongress: Patienten stärker in die Forschung einbeziehen!

Kooperation | In Kooperation mit: Deutsche Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Während der Eröffnungspressekonferenz zum DKK 2024 sprachen PD Dr. Yuri Tolkach (v.l.), Prof. Reinhard Büttner, Bärbel Söhlke, Prof. Michael Ghadimi und Gerd Nettekoven zu dem Motto „Fortschritt gemeinsam gestalten“. 

© Peter-Paul Weiler

Neues aus der Krebsversorgung

Pathologe Tolkach: „Wir werden mit KI-Algorithmen präziser und objektiver“

Kooperation | In Kooperation mit: Deutsche Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
 Auf therapeutischer Seite lohnt der Blick in Richtung Mikrobiom deswegen, weil es Einfluss nehmen kann auf die Effektivität bzw. die Toxizität einer Krebstherapie.

© © maxrosoftig / stock.adobe.com

Einfluss von Bakterien & Co

Mikrobiom und Krebs – viel Hoffnung, noch mehr Fragezeichen

Kooperation | In Kooperation mit: Deutsche Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe