Im Kampf gegen Leukämie und maligne Lymphome

Auf der Suche nach Stammzellspendern

Die Zahl der potenziellen Stammzellspender nimmt weltweit zu. Die DKMS will als Betreiber der weltweit größten Spenderdatei künftig vor allem junge Menschen für die Registrierung sensibilisieren.

Matthias WallenfelsVon Matthias Wallenfels Veröffentlicht:
Lebensretter für viele Leukämiepatienten: die Knochenmarktransplantation.

Lebensretter für viele Leukämiepatienten: die Knochenmarktransplantation.

© Vadim / Stock.adobe.com

Tübingen. Ende vergangenen Jahres waren weltweit rund 42,5 Millionen Menschen als Stammzellspender für Patientinnen und Patienten mit Leukämie sowie malignen Lymphomen registriert. Das geht aus dem jüngst veröffentlichten, zweiten Global Impact Report der DKMS in Tübingen hervor.

Die 1991 als Deutsche Knochenmarkspenderdatei gegründete DKMS ist laut Bericht inzwischen zur weltweit größten Stammzellspenderdatei avanciert – allein 12,7 Millionen potenzielle Spenderinnen und Spender seien bei der DKMS registriert. Fast 730.000 Menschen ließen sich demnach allein im Jahr 2024 neu in die Datenbank aufnehmen, davon allein in Deutschland rund 345.000.

Patienten in 60 Ländern erreicht

Seit ihrer Gründung habe die Organisation weltweit mehr als 130.000 Stammzellspenden vermittelt. Laut DKMS finde nur jeder dritte Patient einen Spender in der Familie. 2024 erhielten laut Bericht 9.126 Patienten in 60 Ländern eine zweite Lebenschance durch Transplantation einer DKMS-Stammzellspende – allein in Deutschland fanden 6.627 Spenden statt. Rund 75 Prozent der geleisteten Stammzellspenden gingen jährlich an Empfänger im Ausland, so die DKMS.

Ein weiteres DKMS-Standbein seien Hilfsprogramme und weitere Initiativen, über die Menschen, vor allem in medizinisch unterversorgten Regionen, Zugang zu lebensrettenden Transplantationen bekommen hätten – 454 waren es im Jahr 2024.

In diesem Zusammenhang sei im vergangenen Jahr auch das Start-up-Programm Bone-Marrow-Transplantation (BMT)- ins Leben gerufen worden, das Krankenhäusern und Transplantationszentren in unterversorgten Regionen infrastrukturelle und medizinische Beratung biete. „Bis Ende 2024 hat unsere Zusammenarbeit mit Kinderkrankenhäusern in Usbekistan und Vietnam bereits sechs erfolgreiche Transplantationen ermöglicht“, wird Elke Neujahr, Global CEO der DKMS, dazu im Bericht zitiert.

Premiere für ADCU-Transplantation

Das Warten auf eine Stammzelltransplantation ist ein Wettlauf mit der Zeit. Daher habe die DKMS Stem Cell Bank in Dresden, wie es heißt, im November 2023 eine „bahnbrechende Innovation“ eingeführt – die Aufbereitung, Lagerung und Bereitstellung kryokonservierter peripherer Blutstammzellen (Adult Donor Cryopreserved Units, ADCU).

Dabei handle es sich um überschüssige Stammzellen, die bei einer ersten Spende entnommen und mit Zustimmung des Spenders bei minus 180 Grad Celsius eingefroren werden.

Diese Zellen könnten zu einem späteren Zeitpunkt weltweit für Transplantationen eingesetzt werden. ADCU ermöglichten somit eine schnellere, flexiblere und effizientere Versorgung, wenn Stammzellspenden dringend benötigt werden. 2024 seien ADCU nun weltweit erstmals einem Leukämiepatienten transplantiert worden.

Menschen zwischen 18 und 25 Jahren im Fokus

Ein besonderes Augenmerk will die DKMS nach eigenen Angaben künftig vor allem jungen Menschen zwischen 18 und 25 Jahren schenken und sie durch Öffentlichkeitsarbeit von der Registrierung für eine Stammzellspende überzeugen.

Denn deren Stammzellen erhöhten die Erfolgschancen der Transplantation. „Wir erreichen junge Menschen mit unseren Kampagnen auf Festivals, in Schulen und Sportvereinen. Dabei ist es wichtig, genau auf ihre Bedürfnisse, Vorbehalte und Erwartungen einzugehen“, verdeutlicht Elke Neujahr.

In ihrer Agenda 2030 habe sich die DKMS das ehrgeizige Ziel gesetzt, die Zahl der registrierten, potenziellen Stammzellspender in ihrer Datei auf 17 Millionen zu steigern.

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