Herzrhythmus-Störungen

Ausdauertraining bei Vorhofflimmern macht Herz ruhiger

MANNHEIM (wst). Auch Patienten mit permanentem Vorhofflimmern profitieren von regelmäßigen sportlichen Aktivitäten. Bereits zweimal die Woche ein 60minütiges moderates Ausdauertraining führt zu einer signifikanten Senkung der Kammerfrequenz in Ruhe und unter Belastung. Zudem steigt die objektive und subjektive körperliche Belastbarkeit und damit auch die Lebensqualität.

Veröffentlicht: 26.04.2006, 08:00 Uhr

Das ist das Ergebnis einer kleinen Pilotstudie, die eine Arbeitsgruppe um Dr. Jurita Plisiene aus Kaunas in Litauen mit Unterstützung des deutschen Kompetenznetzes Vorhofflimmern gemacht hat. Die Studie wurde von Plisiene auf dem Kardiologenkongreß in Mannheim vorgestellt.

Einbezogen in die Studie waren sieben Männer und drei Frauen (im mittleren Alter von 59 Jahren) mit einem im Schnitt seit knapp zehn Jahren bestehenden chronischen Vorhofflimmern. Patienten mit einer relevanten Koronarischämie waren ebenso ausgeschlossen wie solche mit einer linksventrikulären Auswurffraktion von weniger als 50 Prozent.

Die zehn Patienten absolvierten vier Monate lang unter ärztlicher Anleitung ein dem individuellen Leistungsniveau angepaßtes Walking- oder Lauftraining, jeweils 60 Minuten zweimal die Woche. Nach den vier Monaten war die durchschnittliche Ruhefrequenz von 87 auf 78 Schläge pro Minute gesunken. Bei einer Belastung von 100 Watt pochte die Kammer vor der Intervention im Schnitt 136 mal pro Minute, nach vier Montan Training nur noch 124 mal.

Selbst bei maximaler Belastung wurde eine Frequenzreduktion von durchschnittlich 156 auf 147 Schläge pro Minute erreicht, obwohl im gleichen Zeitraum das mittlere maximale Belastungsniveau auf dem Ergometer von 137 auf 142 Watt angestiegen war. Alle Unterschiede waren signifikant.

Von fünf Patienten mit Digitalis konnte dieses im Verlauf des Trainings bei einem Patienten abgesetzt werden, betonte Plisiene. Auf Betablocker waren alle zehn Patienten eingestellt, wobei als zusätzlicher Trainingserfolg die Dosis bei zwei Patienten halbiert werden konnte.

Mehr zum Thema
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Die EU geht davon aus, dass im Frühjahr zumindest Impfstoff für Risikogruppen und Gesundheitspersonal zur Verfügung stehen könnte.

EU verbreitet Optimismus

Ist der Corona-Impfstoff bald da?

Pflegekräfte versorgen einen Patienten auf der Intensivstation im Operativen Zentrum II des Universitätsklinikums Essen.

COVID-19-Versorgung

Intensivstationen: Das Personal ist der Flaschenhals

Blutgefäß mit Erythrozyten und Sauerstoff-Molekülen: Bei einem kardiogenen Schock kommt es zu einer Schädigung von Endothelzellen, die die innere Gefäßwand auskleiden. Das daraus resultierende „vascular leakage“, also die erhöhte Durchlässigkeit der Gefäße, führt dazu, dass das Gewebe schlechter mit Sauerstoff versorgt wird. Ein neuer molekularer Antikörper soll jetzt die pathophysiologische Kaskade durchbrechen.

Sterberisiko senken

Neuer Therapie-Ansatz bei kardiogenem Schock