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Bald neue Option bei Durchbruchschmerz

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FRANKFURT AM MAIN (mar). Für Patienten mit chronischen Schmerzen, bei denen trotz guter Analgesie mit einer Opioid-Dauertherapie Durchbruchschmerzen auftreten, wird es bald eine Alternative zum oral-transmukosalen Fentanyl-Stick geben: schnell wirksames Fentanyl als Sublingualtablette.

Patienten mit Durchbruchschmerzen brauchen als Bedarfsmedikation ein schnell wirksames Opioid.

Patienten mit Durchbruchschmerzen brauchen als Bedarfsmedikation ein schnell wirksames Opioid.

© Foto: PhotoDisc

Die Fentanyl-Sublingualtablette nutzt mit der F.A.S.T.-Technologie (Fast Acting Sublingual Technology) eine neue Galenik, welche eine schnelle Auflösung der Tablette, eine zuverlässige mukosale Absorption des Opioids und somit einen raschen Wirkungseintritt gewährleistet.

Dr. Christoph Eisen vom Unternehmen ProStrakan hat beim Deutschen Schmerz- und Palliativtag in Frankfurt am Main die neue Applikationsform vorgestellt: Die Tablette wird unter die Zunge gelegt und löst sich bei Kontakt mit Speichel innerhalb von 10 bis 15 Sekunden auf. Dabei werden muko-adhäsive Trägerpartikel, die mikronisiertes Fentanyl enthalten, freigesetzt.

Muko-adhäsive Trägerpartikel setzen Fentanyl frei

Die Partikel verteilen sich rasch auf der Mukosa und geben dabei den Wirkstoff ab, was aufgrund der guten Durchblutung dieser Region eine schnelle Absorption ermöglicht, wie Eisen betont hat. Durch die muko-adhäsiven Eigenschaften wird das Verschlucken des Wirkstoffs verhindert, sodass die Dosis fast vollständig durch die Mukosa aufgenommen wird. Dies, so Eisen, sei ein Vorteil im Vergleich zu dem verfügbaren oral-transmukosalen Fentanyl-Stick, bei dem etwa 75 Prozent des Wirkstoffs gastro-intestinal resorbiert werden und dann dem First-Pass-Effekt in der Leber unterliegen.

Im Hinblick auf unerwünschte Wirkungen sei von Vorteil, dass bei der Sublingualtablette ähnliche Plasmaspiegel mit der halben Wirkstoffdosis im Vergleich zum Fentanyl-Stick erzielt werden. Im Gegensatz zum Stick, der an der Wangenschleimhaut entlang gerieben werden muss, entfällt bei der Sublingualtablette die mechanische Reizung der Mukosa. Damit ist sie auch eine gute Option für Patienten mit Strahlen- oder Radiotherapie-induzierter oraler Mukositis oder mit Xerostomie, so Eisen.

Keine mechanische Reizung der Mukosa

Die Sublingualtablette ist bislang in neun klinischen Studien geprüft worden, berichtete Eisen. Eine Zwischenauswertung einer Phase-III-Studie mit 61 Tumorpatienten habe ergeben, dass es mit der Sublingualtablette in der 400-µg-Dosis innerhalb von zehn bis 15 Minuten zu einer signifikant besseren Schmerzlinderung verglichen mit Placebo kommt.

Nach Angaben von Eisen ist die Sublingualtablette bereits in Schweden zugelassen, für die übrigen EU-Staaten ist die Zulassung beantragt.

STICHWORT

Durchbruch- schmerzen

Durchbruchschmerzen sind starke, unvermittelt auftretende Schmerzspitzen bei ansonsten guter Schmerzlinderung mit einer Opioid-Langzeittherapie als Basistherapie. Sie dauern oft nur 15 bis 30 Minuten an. Bei etwa der Hälfte der betroffenen Patienten erreichen diese Schmerzspitzen ihre maximale Intensität innerhalb von fünf Minuten. (mar)

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