Bauchkrämpfe bei Nussallergie - da ist Adrenalin angesagt!

NEU-ISENBURG (ikr). Eine Anaphylaxie, etwa bei Nahrungsmittel- oder Insektengift-Allergie, ist oft kein einmaliges Geschehen: Bei jeder dritten Reaktion handelt es sich um ein wiederholtes Ereignis - mit tödlichen Ausgang bei einem von 100 Patienten. Das sind erste Daten eines bundesweiten Anaphylaxie-Registers.

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Von Juni 2006 bis Ende März dieses Jahres haben Kollegen insgesamt 194 echte Anaphylaxie-Fälle, darunter zwei Todesfälle, an das Register gemeldet, sagte Professor Bodo Niggemann von der Charité Berlin zur "Ärzte Zeitung". Die Patienten hatten Symptome wie generalisierte Urtikaria kombiniert mit Atemnot oder Reaktionen wie Schwindel und Blutdruckabfall.

Besonders hoch sei das Risiko für wiederholte anaphylaktische Reaktionen bei Nahrungsmittelallergien auf Erdnüsse sowie Wal- und Haselnüsse, so der Allergologe, der das Register mit eingerichtet hat. Diese Patienten sollten auf jeden Fall mit einem Notfall-Set ausgerüstet und gut geschult werden. Niggemann: "Wir sollten den Patienten ans Herz legen, sich bei Anaphylaxie nicht mit Kortison und Antihistaminika zu begnügen, sondern unbedingt auch Adrenalin zu spritzen." Nicht nur Patienten, sondern auch drei Viertel der Kollegen verzichteten nach aktuellen Studiendaten auf Adrenalin (Allergy 60, 2005, 1440).

Symptome wie Juckreiz im Genitalbereich und generalisierte Urtikaria sind oft Vorboten einer Anaphylaxie. "Solche Patienten sollten ihr Notfall-Set bereit halten", so der Allergologe. Entstehen etwa bei Nahrungsmittelallergie Bauchkrämpfe, sollte Adrenalin gespritzt werden, da dann auch oft Atemnot und Herz-Kreislauf-Reaktionen auftreten.

Patienten mit Anaphylaxie können dem Register per Fragebogen gemeldet werden unter: http://www.anaphylaxie.net/

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