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Bei Antibiotika ist Selbstkritik gefragt

Nach Fortbildung zur Eindämmung von Resistenzen werden weniger Antibiotika verordnet - zumindest in Großbritannien.

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CARDIFF (BS/mal). Bevor Ärzte ein Antibiotikum verschreiben, sollten sie sich selbstkritisch hinterfragen, ob das Rezept wirklich notwendig ist - dazu regen jetzt die Ergebnisse einer neuen britischen Studie an. Denn danach verordnen britische Hausärzte, die an einem Fortbildungsprogramm zur Eindämmung bakterieller Resistenzen teilgenommen haben, seltener Antibiotika. Diese Einsparungen gehen nicht auf Kosten der Patienten (BMJ 2012; 344: d8173).

An der randomisierten kontrollierten Studie beteiligten sich 68 Hausarztpraxen. Die Ärzte von 34 Praxen absolvierten das Fortbildungsprogramm STAR (Stemming the Tide of Antibiotic Resistance), mit dem eine kritische Überprüfung des eigenen Verordnungsverhaltens angestoßen werden soll.

Das Programm beinhaltet unter anderem Falldiskussionen, Infos über (lokale) Antibiotikaresistenzen und Tipps für die Beratung der Patienten (www.stemmingthetide.org).

Verordnung von Penicillin V und Makroliden am stärksten reduziert

Im Jahr nach dieser Fortbildungsmaßnahme verschrieben die Ärzte seltener orale Antibiotika als im Vorjahr, im Schnitt waren es pro 1000 Patienten 14 Rezepte weniger. Dagegen wurden in den 34 Praxen der Kontrollgruppe sogar 12 Rezepte mehr ausgestellt als zuvor.

Von den Einschränkungen waren alle Antibiotikaklassen mit Ausnahme der penicillinaseresistenten Penicilline betroffen. Am stärksten reduziert wurde die Verordnung von Penicillin V und Makroliden. Trotzdem wurden die Patienten der STAR-Praxen nicht häufiger in ein Krankenhaus eingeliefert als die Patienten der Kontrollpraxen.

Erwartungsgemäß lagen die Ausgaben für Antibiotika in der Interventionsgruppe niedriger (um 5,5 Prozent) als in der Vergleichsgruppe.

Die Studienautoren betonen, dass nach wie vor viele Rezepte in Indikationen mit fraglichem Nutzen ausgestellt würden, etwa bei Bronchitis, Otitis media oder Sinusitis.

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