Direkt zum Inhaltsbereich

Bei Diabetes ergänzen sich Glinid und Sulfonylharnstoff

ELTVILLE (hbr). Wenn Typ-2-Diabetiker mit einer oralen Monotherapie nicht mehr gut eingestellt sind, lohnt oft eine Kombinationstherapie. Dabei sollten sich die Substanzen in ihrer Wirkung ergänzen, wie bei Metformin und Nateglinid.

Veröffentlicht:

Metformin ist bei übergewichtigen Typ-2-Diabetikern das orale Antidiabetikum der ersten Wahl, so Professor Petra-Maria Schumm-Draeger vom Krankenhaus München-Bogenhausen: Es senkt die Insulinresistenz und die hepatische Glukoseproduktion. Das schlägt sich in verbesserten Werten für den Nüchternblutzucker nieder. Genügt das nicht, können zusätzlich mit Nateglinid (Starlix®) die postprandialen Blutzuckerwerte angegangen werden.

Die Einnahme vor den Mahlzeiten stimuliert rasch die Insulinsekretion und bremst den Blutzucker-Anstieg nach dem Essen. Davon profitierten in einer Praxisstudie rund 1800 Patienten, die mit Metformin allein ihr Therapieziel nicht mehr erreichten: Zusätzlich 120 mg des Glinids dreimal täglich vor den Mahlzeiten verbesserten in drei Monaten signifikant die postprandialen Werte, Nüchternglukose und HbA1c-Wert.

Die glukoseabhängige, relativ kurze Wirkung des Glinids macht zudem Hypoglykämien seltener als bei einem langwirksamen Sulfonylharnstoff. Das belegen Daten von 400 Typ-2-Diabetikern, die zwei Jahre lang Metformin (Glucophage®) zusammen mit Nateglinide oder Glibenclamid erhielten. Der HbA1c sank in beiden Gruppen um 1,5 Prozentpunkte: mit Glibenclamid auf 6,8 Prozent und mit Nateglinid auf 6,9 Prozent. Dabei war die Hypoglykämierate bei Nateglinid mit 8,2 im Vergleich zu 17,7 Prozent mit Glibenclamid signifikant niedriger.

Jedoch sollte nicht gegen die erhöhten Glukosewerte bei Typ-2-Diabetikern sondern auch gegen eine Hypertonie vorgegangen werden, um das hohe kardiovaskuläre Risiko der Patienten zu senken. Dafür sind meist Kombinationstherapien erforderlich, sagte Professor Dr. Stephan Jacob von der Universität Tübingen bei einer Veranstaltung des Unternehmens Merck Pharma in Eltville. Gute Effekte für die Fixkombination aus Nitrendipin und Elanapril (Eneas®) ergab zum Beispiel die SYST-EUR-Studie bei Diabetikern: Kardiale Ereignisse, Schlaganfälle und Proteinurie gingen deutlich zurück.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Okuläre Sicherheit von GLP-1-Rezeptoragonisten

Semaglutid und NAION: Absolutes Risiko bleibt gering

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

© CLIPAREA.com / stock.adobe.com

Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie

ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
 Abb. 1: Anwendung von Ruxolitinib-Creme bei mittelschwerer AD

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1,8]

Ruxolitinib-Creme bei mittelschwerer AD

Topische steroidfreie Behandlungsoption bei atopischer Dermatitis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Incyte Biosciences Germany GmbH, München
Abb. 1: MATTERHORN-Regime beim GC/GEJC: ereignisfreies Überleben (EFS)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Perioperativ behandeln – kurativ denken

Durvalumab-basierte Therapie bei drei Tumorentitäten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Herzbericht 2026

Das sind die aktuellen Trends in der Herzmedizin

Personalisierte mRNA-Therapien

Verheißungsvolle RNA-Krebsimpfstoffe: Wo steht die Forschung gerade?

ASS und P2Y12-Inhibitoren

So geht die Plättchenhemmer-Therapie in der Praxis!

Lesetipps
Eine Ärztin tropft Allergielösung auf den präparierten Unterarm einer Patientin für den Pricktest.

© Alexander Raths / stock.adobe.com

Steigende Prävalenz

Allergiediagnostik: Dos und Don’ts für die Hausarztpraxis