Bei Hepatitis B muß die Viruskonzentration runter!

HANNOVER (grue). Patienten mit chronisch-aktiver Hepatitis B haben bekanntlich ein hohes Risiko für Zirrhose und Leberkrebs. Je stärker bei ihnen die Viruskonzentration im Blut gesenkt wird, desto stärker verringert sich dieses Risiko. Neue Nukleosidanaloga ermöglichen dabei eine besonders wirksame antivirale Therapie, sagt Professor Hans L. Tillmann aus Leipzig.

Veröffentlicht:

Bei Hepatitis B ist es noch wichtiger, die Viruskonzentration im Blut zu senken als die Leberwerte zu normalisieren, sagte Tillmann auf einer Veranstaltung der Unternehmen Novartis und Idenix in Hannover.

Denn sinkt die Viruskonzentration um nur eine log-Stufe von 105 auf 104 Kopien/ml Blut, halbiert sich das Risiko für Leberkrebs. Hepatitis-B-Patienten mit Fibrose und erst recht solche mit Zirrhose brauchen daher antiviral wirksame Medikamente. Aber auch bei steigenden Leberwerten und hoher Viruslast sollte umgehend behandelt werden, sagte der Hepatologe.

Für die Therapie gibt es in Deutschland drei Interferon-Präparate, ein Nukleotid-Analogon (Adefovir) und zwei Nukleosid-Analoga (Lamivudin und Entecavir). Bei hoher entzündlicher Aktivität wird meist mit Interferon behandelt, bei hoher Viruskonzentration eher mit den anderen Medikamenten. Außerdem sind der HBV-Genotyp und der HbeAg-Status von Bedeutung für die Wahl der Medikamente.

Außerdem gilt es zu bedenken, daß Interferone parenteral appliziert werden müssen, die Nukleosid/Nukleotid-Analoga aber als Tablette angeboten werden. Die Analoga unterscheiden sich dann noch in ihrer viralen Aktivität, sagte Tillmann. "Da haben moderne Substanzen die Nase vorn". Das gelte für Entecavir und das in Deutschland noch nicht erhältliche Telbivudin.

Besonders Telbivudin könnte sich zum First-Line-Kandidaten entwickeln, meint Tillmann. Denn das Medikament verringere die Viruskonzentration binnen eines Jahres bei 60 Prozent der HBe-Antigen-positiven Patienten unter die Nachweisgrenze, mit Lamivudin gelinge das nur bei 40 Prozent. Außerdem wirke die Substanz besonders schnell und Resistenzen seien selten, so Tillmann. Nach einem Jahr gab es in der Zulassungs-Studie GLOBE* bei nur drei Prozent der mit Telbivudin behandelten Patienten Resistenzen.

*GLOBE steht für Global Leadership & Organizational Behaviour Effectiveness

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Erkenntnisse aus Studie fehlen noch

Bei Resmetirom sieht G-BA vorerst keinen Zusatznutzen

Gemeinsamer Bundesausschuss

Zusatznutzen für mehrere Orphan Drugs

Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Gastbeitrag

Sind Eier wirklich so gefährlich für Herz und Gefäße?

Lesetipps
Vorbereitung für die Obduktion eines Leichnams.

© sudok1 / stock.adobe.com

Autopsiestudie

So häufig wird der Krebs erst nach dem Tod erkannt