Nieren- und Gefäßschutz für Diabetiker

Bei Nephropathie ist Herz-Schutz lebenswichtig

Etwa jeder dritte Diabetiker hat nach einer Erkrankungsdauer von 15 bis 20 Jahren eine Nephropathie. Die Betroffenen haben ein hohes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Regelmäßige Nierenchecks sind so wichtig wie die konsequente Einstellung von Blutdruck, Blutzucker und Blutfettwerten bei Nephropathie. Dadurch wird kardiovaskulären Ereignissen und Nierenversagen vorgebeugt.

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Die Sterberate von Diabetikern mit Nephropathie ist viermal so hoch wie bei Diabetikern ohne Nierenschaden. Zur Verminderung von kardiovaskulären Ereignissen ist die Therapie mit einem Angiotensin-Renin-Hemmer sinnvoll. Denn dadurch kann eine Mikroalbuminurie verzögert werden. Für Diabetiker wird jährlich ein Nieren-Check empfohlen, bei dem Albumin und Kreatinin im Harn gemessen werden. Empfohlen wird, die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) zu errechnen.

Eine kardiovaskuläre Risikoreduktion ist bei Nephropathie lebenswichtig. Bestandteil der antihypertensiven Therapie sollten ein ACE-Hemmer oder AT-II-Blocker sein. Günstig ist die Fixkombi aus Perindopril und Indapamid (Preterax®), die die Rate schwerer kardiovaskulärer Ereignisse um 60 Prozent im Vergleich zum ACE-Hemmer senkt. Bei Diabetikern mit einem zusätzlichen KHK-Risiko ist Delix® protect (Ramipril) zugelassen, um das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse zu senken.

Zum Nieren-Schutz ist für ACE-Hemmer (Captopril, Lisinopril, Enalapril und Perindopril) sowie für Sartane wie Irbesartan (Aprovel®, Karvea®), Losartan (Lorzaar®), Telmisartan (Kinzal mono®, Micardis®) und Valsartan (Diovan®, Provas®, Cordinate®) die Progressionshemmung belegt. Auch Aliskiren (Rasilez®) wirkt bei Diabetikern renoprotektiv. Zudem ist für Lercanidipin (als Carmen®, Corifeo® angeboten) Nephroprotektion belegt. Für Olmesartan (Olmetec®, Votum®) wurde Reduktion der Eiweißausscheidung und Verzögerung der Nierenschädigung nachgewiesen. (Rö)

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