Bei Struma kann oft schonend operiert werden

HEIDELBERG (hbr). Die meisten Schilddrüsen-Operationen in Deutschland werden wegen einer Struma gemacht. Auf eine komplette Enfernung wird bei unkomplizierten Strumen in der Regel verzichtet. Das trifft bei etwa 75 Prozent der mehr als 100 000 Schilddrüsen-Operationen zu. Vorteile: Recurrens-Paresen und Hypokalziäminen können verhütet, und der Bedarf an Schilddrüsenhormen kann reduziert werden.

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Ein Verzicht auf komplette Ektomie bei unkomplizierten Strumen kann die Rate an Op-assoziierten Komplikatonen senken, so Professor Peter Goretzki vom Lukas-Krankenhaus in Neuss. Nach aktuellen Daten von etwa 67000 Patienten aus der Studie Papillon 2007 ergaben postoperative Stimmband-Lähmungen bei zwei Prozent der Operierten und eine Hypokalzämie wegen einer Schädigung der Nebenschilddrüsen bei drei Prozent.

Benigne euthyreote Jodmangel-Knotenstrumen machen bis zu 75 Prozent der jährlich rund 100000 Schilddrüsen-Operationen aus. Bei solchen Patienten, etwa mit isolierten Knoten, kann eine Teil-Resektion in Betracht kommen. Sie hat Vorteile. Denn je umfassender der Eingriff ausfällt, um so höher ist das Komplikationsrisiko. Teilektomien dagegen könnten die Recurrens-Paresen bei mindestens 800 Patienten pro Jahr verhindern, sagte Goretzki beim Henning Schilddrüsen-Symposium in Heidelberg.

Außerdem bleibt den Patienten bei subtotaler Entfernung oft eine Schilddrüsen-Restfunktion erhalten. Das senkt anschließend ihren T4-Substitutionsbedarf: Sie können dann mit einer Kombination aus Jod und Thyroxin (etwa Thyronajod® 75 Henning) oft besser zurechtkommen.

"Natürlich gibt es auch Patienten, da müssen wir die ganze Schilddrüse entfernen", so Goretzki bei der Veranstaltung von Sanofi-Aventis. Wegen des hohen Rezidivrisikos ist das etwa Patienten mit Morbus Basedow der Fall, die zur Operation vorgesehen sind. Oder bei Patienten, denen Strumen oder Knoten mechanische Probleme wie Schluck- oder Atembeschwerden bereiten.

Dagegen würde er Patienten mit nur leichter Überfunktion mit kleiner Schilddrüse und nur gering ausgeprägter Orbitopathie zunächst eine Radiojod-Behandlung empfehlen. Auch eine atrophe Hashimoto-Schilddrüse sei in der Regel keine OpP-Indikation, solange sie keinen tumorverdächtigen kalten Knoten enthält.

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