Direkt zum Inhaltsbereich

Kommentar

Bei Teststreifenregel Ausnahmen nutzen!

Wolfgang GeisselVon Wolfgang Geissel Veröffentlicht:

Eine Diabetestherapie ohne Blutzuckermessungen ist wie eine Seereise ohne Kompass. Mit diesem Bild hat kürzlich Professor Hellmut Mehnert die möglichen Konsequenzen der aktuellen GBAEntscheidung auf den Punkt gebracht.

Dass die für Blutzuckerselbstmessungen erforderlichen Teststreifen nicht-insulinpflichtigen Diabetikern nur noch in Ausnahmen von der GKV erstattet werden sollen, kritisiert der Senior der Diabetologie in Deutschland gleichermaßen wie Fachgesellschaften und Patientenverbände.

Die Blutzuckerselbstkontrolle muss für jeden Diabetiker selbstverständlicher Bestandteil der Behandlung bleiben. Auch bei nicht-insulinpflichtigen Diabetikern sind die erhobenen Werte wichtig für Therapie-Entscheidungen. Viele Patienten werden mit den Messungen darüber hinaus motiviert, selbstverantwortlich mit der Stoffwechselkrankheit umzugehen.

Wer selbst einmal gemessen hat, wie eine ungesunde Mahlzeit die Zuckerwerte nach oben treibt oder wie positiv sich ein Abendspaziergang auf die Blutglukose auswirkt, ist in der Regel besonders gut für einen gesunden Lebensstil zu gewinnen.

Es gilt daher, künftig die möglichen Ausnahmen der neuen GBA-Beschränkungen zu nutzen. Sobald der Blutzucker eines Patienten instabil ist - das heißt, der HbA1c sich nicht auf die Zielwerte einstellen lässt oder Hypoglykämien auftreten -, muss regelmäßiges Blutzuckermessen selbstverständlich bleiben.

Ebenso bei Neueinstellungen auf Medikamente und bei körperlichen Anstrengungen. Verbesserungsbedarf gibt es allerdings bei der Qualität der Therapien mit Messungen: Teststreifen dürfen nur ausreichend geschulten Patienten verordnet werden.

Messungen sollten strukturiert erfolgen, etwa für Tagesprofile. Und die Konsequenzen der Werte sind regelmäßig mit den Patienten zu besprechen.

Lesen Sie dazu auch: Teststreifen-Ausschluss hat Hintertürchen

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Weniger Spätkomplikationen

Frühe HbA1c-Kontrolle zahlt sich aus

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Vom Warnsignal zur RNAi-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

© Rasi / stock.adobe.com

Chronische Herzinsuffizienz

HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Vom Schmerzgel bis zum Wiegenlied

Zehn Strategien gegen Impfstress

Kasuistik

Lebensgefahr! Tattoo mit schockierenden Folgen

Lesetipps
Bluttest

© NiDerLander / stock.adobe.com

Demenz erkennen

Neuer Ansatz für eine Alzheimer-Diagnostik mittels Bluttests

Eine schwangere Frau hält sich die rechte Bauchseite und telefoniert.

© T Mdlungu/peopleimages.com / Stock.adobe.com

Kasuistik

Schwangere mit akutem Abdomen: Der Blinddarm war es diesmal nicht