Diabetes mellitus

Bei der Blutzucker-Einstellung von Diabetikern ist Deutschland Spitze

DRESDEN (eis). Die Blutzucker-Einstellung bei Typ-2-Diabetikern ist in Deutschland besser als in anderen Industrieländern. Das hat jetzt eine große Studie zur Versorgungsqualität mit 4020 Patienten aus allen Regionen Deutschlands ergeben. Nach den Daten wird allerdings gegen andere Risiken bei Diabetes wie Hypertonie und Fettstoffwechselstörungen noch nicht konsequent genug vorgegangen.

Veröffentlicht: 14.02.2006, 08:01 Uhr

In der DIG (Diabetes in Germany)-Studie sind in 238 Arztpraxen Daten zur Therapie der Typ-2-Patienten mit und ohne Makroangiopathie erfaßt worden.

Bei den Patienten mit Makroangiopathie ergab sich für die langfristige Blutzuckerkontrolle ein mittlerer HbA1c-Wert von 7,2 Prozent, bei den Patienten ohne Makroangiopathie von 7 Prozent, wie Dr. Petra Ott vom Zentrum für klinische Studien in Dresden und ihre Kollegen berichten (Diabetes, Stoffwechsel und Herz 1, 2006, 9).

Zum Vergleich: In den USA seien bei solchen Patienten Mittelwerte von 8 und im vorbildlichen Japan von 7,1 Prozent ermittelt worden, sagte Professor Markolf Hanefeld zur "Ärzte Zeitung": "Deutschland ist hier in einer richtigen Spitzenposition", betont der Diabetologe.

Die relativ gute Qualität der Diabetestherapie bei uns wird nach Ansicht von Hanefeld erreicht durch strukturierte Betreuungssysteme in Verbindung mit nationalen Leitlinien und entsprechenden Krankenkassen-Verträgen. Ein weiterer Grund sei, daß mehr Typ-2-Diabetiker früher mit Insulin behandelt werden. In der Studie bekamen über 42 Prozent Insulin. In anderen Ländern Europas seien es unter 30 Prozent der Typ-2-Patienten, so Hanefeld.

Allerdings gibt es auch in Deutschland bei Diabetes weiter großen Optimierungsbedarf, sagte er. So lag in der DIG-Studie der HbA1c bei über 40 Prozent der Typ-2-Patienten über 7 Prozent. Zudem wurden von den Diabetikern ohne Makroangiopathie nur 13 Prozent gegen Hypertonie und nur 11 Prozent gegen Hyperchol-esterinämie optimal behandelt.

Mehr zum Thema

2. Preis Charity Award 2020

Sport, Spaß und leckeres, gesundes Essen

Risikomanagement

Diabetes & Herz: Prävention vor Intervention!

Das könnte Sie auch interessieren
Umstellung auf GLP-1-RA – Welche Rolle spielt der Hausarzt?

Erfahrungen aus der Praxis

Umstellung auf GLP-1-RA – Welche Rolle spielt der Hausarzt?

Anzeige | Lilly Deutschland GmbH
Typ-2-Diabetes: neue G-BA-Nutzenbewertung für GLP-1-RA

Neuer G-BA-Beschluss

Typ-2-Diabetes: neue G-BA-Nutzenbewertung für GLP-1-RA

Anzeige | Lilly Deutschland GmbH
Studienlage im Überblick

GLP-1-RA für Erstverordner

Studienlage im Überblick

Anzeige | Lilly Deutschland GmbH
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Inhalierte Asthma-Präparate mit Kortison – eine Gefahr für die Knochengesundheit?

Risiko steigt mit der Dosis

Auch inhalative Steroide gehen Asthmapatienten an die Knochen