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Beschneidung schützt Partnerin nicht vor HIV

BALTIMORE (ple). Eine Beschneidung HIV-infizierter Männer schützt offenbar nicht vor der Infektion ihrer Sexualpartnerinnen. Eine Studie in Uganda wurde deswegen vorzeitig beendet.

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Bekanntlich senkt eine Zirkumzision bei Männern das Risiko, sich beim Sex mit HIV-positiven Frauen zu infizieren, um 50 bis 60 Prozent. Dieses Studienergebnis war Anlass für die WHO, die Beschneidung als HIV-Prävention für heterosexuelle Männer zu empfehlen. Professor Maria J. Wawer aus Baltimore wollte nun mit Kollegen in Uganda im Rakai-Distrikt in einer Studie prüfen, ob sich Ergebnisse früherer Beobachtungen bestätigen lassen, wonach eine Beschneidung heterosexueller HIV-Infizierter eine Übertragung des Virus auf deren Partnerinnen verhindern kann.

In der Studie wurden 474 infizierte Männer sofort beschnitten, 448 Männer der Kontrollgruppe dagegen erst nach zwei Jahren (Lancet 374, 2009, 229). Zudem nahmen 93 nicht mit HIV-infizierte Frauen in der Verumgruppe und 70 in der Vergleichsgruppe teil.

Das Ergebnis der Auswertung von Daten, die bei 92 Paaren in der Interventionsgruppe und bei 67 Paaren in der Vergleichsgruppe gewonnen wurden, war eindeutig: Nach Angaben der Wissenschaftler lag die kumulative Wahrscheinlichkeit einer HIV-Infektion der Partnerinnen nach 24 Monaten in der Gruppe mit Zirkumzision bei 21,7 Prozent, in der Kontrollgruppe bei 13,4 Prozent - ein nichtsignifikanter Unterschied. Ein Langzeiteffekt der Beschneidung ließ sich nicht beurteilen. Weil sich die HIV-Übertragung trotz Beschneidung nicht verhindern ließ, sei die Verwendung von Kondomen nach der Beschneidung unerlässlich, so Wawer und ihre Kollegen.

Die Forscher können nicht ausschließen, dass HIV sogar vermehrt bei jenen Paaren übertragen wurde, die Geschlechtsverkehr hatten, noch bevor die Wunde geheilt war. Bei den meisten Beschnittenen verheilt die Wunde innerhalb von vier Wochen. Solange plädieren die Forscher für strikte Abstinenz und danach für konsequenten Kondomgebrauch. Ihre Studie ist einer von mehr als 30 Beiträgen zu Beschneidung auf der aktuellen Konferenz der Internationalen Aids-Gesellschaft in Kapstadt.

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