Vulva-Ca

Bestrahlung bringt Zusatznutzen

Forscher haben die in einer großen Datenbank erfassten Informationen von 1618 Patientinnen mit Vulva-Ca ausgewertet.

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HAMBURG. Frauen mit Vulva-Ca haben nach operativer Entfernung des Tumors weniger Rezidive, wenn eine adjuvante Radiatio stattfindet, teilt das Uniklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) aufgrund neuer Studienergebnisse mit (JNCI 2015; online 24. Januar).

Für die Studie "AGO-CaRE-1" hat das Team um Privatdozent Dr. Sven Mahner von der Klinik für Gynäkologie des UKE die Daten von Patientinnen zusammengetragen, die zwischen 1998 und 2008 deutschlandweit in 29 Zentren der Studiengruppe der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) behandelt wurden.

"Wir wollten herausfinden, was in Deutschland bei der Behandlung dieser Krankheit überhaupt Standard ist", wird Mahner in der Mitteilung des UKE zitiert. Mit den Behandlungsdaten von 1618 Frauen verfügten die AGO-Forscher nun über die weltweit größte Datenbank zu dieser seltenen Krebserkrankung, berichtet das UKE.

Geringeres Risiko für Rezidiv

Die Analyse der Daten von Frauen mit bereits befallenen Lymphknoten in der Leiste habe ergeben, dass bei Patientinnen mit adjuvanter Radiotherapie das Risiko für ein Rezidiv um ein Drittel niedriger war, so das UKE in seiner Mitteilung.

44,1 Prozent der bestrahlten Frauen waren zwei Jahre nach der Therapie frei von Krebs; bei den nicht bestrahlten Patientinnen waren es lediglich 31,1 Prozent.

Der Nutzen der zusätzlichen Radiatio hängt besonders von der Zahl der befallenen Leisten-Lymphknoten ab. "Frauen, bei denen die Krebszellen bereits zwei, drei oder mehr Lymphknoten erreicht haben, profitieren vermutlich von einer Bestrahlung", wird Mahner in der UKE-Mitteilung zitiert.

Bei Frauen mit nur einem betroffenen Lymphknoten sei das Ergebnis nicht eindeutig gewesen.

"In den bisherigen Behandlungsleitlinien in Deutschland wurde eine Bestrahlung erst ab drei befallenen Lymphknoten empfohlen. Eine Änderung dieser Empfehlung ist allerdings bereits in Arbeit", so Privatdozentin Dr. Linn Wölber, die für das UKE ebenfalls an der Studie beteiligt war.

4000 Neuerkrankungen 2015 erwartet

Ein weiteres Ergebnis der Studie AGO-CaRE-1 ist, dass Frauen mit Lymphknotenmetastasen insgesamt eine deutlich schlechtere Prognose haben: Die Gesamtüberlebensrate nach drei Jahren beträgt bei ihnen 56,2 Prozent verglichen mit 90,2 Prozent bei Frauen mit tumorfreien Lymphknoten.

Die Hamburger Gynäkologen wollen daher nun im Rahmen der Studiengruppe der AGO und in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie prospektiv prüfen, wie sich die Therapie weiter verbessern lässt. "Wir wollen die Standardtherapie - Op plus Radiatio - vergleichen mit einer zusätzlichen Chemotherapie", erläutert Mahner.

Denn bei vielen anderen Plattenepithelkarzinomen, zu denen das Vulvakarzinom ja gehört, sei es erwiesenermaßen besser, wenn die Radiatio um eine Chemotherapie ergänzt wird. "Beim Vulvakarzinom gibt es solche Studien aber noch nicht."

In Deutschland erkranken jährlich etwa 4 von 100.000 Frauen an einem Vulvakarzinom, Tendenz steigend. 2015 werden rund 4000 Neuerkrankungen erwartet. (eb)

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