Bestrahlung plus Antikörper verlängert Überlebenszeit

ESSEN (grue). Bei Patienten mit fortgeschrittenen Kopf-Hals-Tumoren kann der monoklonale Antikörper Cetuximab zusammen mit einer Bestrahlung die Überlebenszeit verlängern.

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Grundlage für den vor kurzem gestellten Antrag des Herstellers Merck Pharma auf Zulassung der Kombitherapie in Europa und der Schweiz sind die Ergebnisse einer Phase-3-Studie. In dieser Studie mit 424 Patienten, die einen lokal fortgeschrittenen Kopf-Hals-Tumor, wurde die Wirksamkeit einer alleinigen Strahlentherapie im Vergleich zur Kombination Bestrahlung plus Cetuximab (Erbitux®) geprüft.

Wie Professor Wilfried Budach von der Universität Düsseldorf bei einer Veranstaltung von Merck Pharma in Essen berichtet hat, verlängerte sich die mittlere Überlebenszeit der Patienten durch zusätzliche Behandlung mit dem Antikörper von 28 auf 54 Monate. Die Überlebensraten nach drei Jahren betrugen 44 Prozent nach Strahlentherapie und 57 Prozent nach kombinierter Behandlung. Schleimhautentzündungen, wie sie unter hochdosierter Bestrahlung häufig sind, wurden durch den Antikörper nicht verschlimmert.

    Mit 54 Monaten wurde Überlebenszeit durch den Antikörper fast verdoppelt.
   

Auffällig waren aber schwere Hautreaktionen, die im Antikörper-Arm der Studie mit einer Rate von 34 Prozent häufiger waren als bei ausschließlicher Bestrahlung (18 Prozent). Sie sind allerdings ein Hinweis auf ein gutes Ansprechen auf die Therapie. Mit der Zulassung wäre Cetuximab die erste Radiochemotherapie zur Erstlinienbehandlung bei lokal fortgeschrittenen Kopf-Hals-Tumoren.

Der Antikörper Cetuximab ist ein Hemmstoff des Rezeptors für den Wachstumsfaktor EGF (epidermal growth factor). Er wurde bereits in Kombination mit Cisplatin und Bestrahlung bei primär nicht-operablen Kopf-Hals-Tumoren geprüft. Diese Studie wurde zwar wegen unerwünschter Wirkungen vorzeitig abgebrochen. Doch die Therapie war mit einer Ansprechrate von 70 Prozent sehr effektiv. Solche oder ähnliche Kombinationen sollten vorerst nur in Studien angewendet werden, so Budach, sie seien aber vielversprechend.

"Auch die Strahlentherapie kann noch weiter verbessert werden", sagte der Radioonkologe. Ein Ansatz ist die Intensitäts-modulierte Radiotherapie, die das gesunde Gewebe schont. Der zu bestrahlende Tumor wird mit Hilfe einer PET/CT genau lokalisiert und dann mit einer relativ hohen Strahlendosis zerstört, wobei das umliegende Gewebe nur mit - genau berechneten - geringeren Dosen bestrahlt wird.

Die exakte Dosisverteilung ermöglicht auch die Behandlung bei Tumoren, die bisher für eine Strahlentherapie nicht zugänglich waren. "Wir erhoffen uns davon mehr Heilungen bei weniger unerwünschten Wirkungen", so Budach.

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