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Betablocker vor der Op nicht absetzen

Vorsicht bei Bluthochdruck: Ärzte sollten bei Hypertonie-Patienten die Betablocker vor einer Op nicht absetzen. Denn schon eine kurze Unterbrechung kann die Komplikationsrisiken erhöhen.

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Op: Betablocker am besten nicht absetzen.

Op: Betablocker am besten nicht absetzen.

© Gina Sanders / fotolia.com

SEATTLE (rb). Patienten, die Betablocker einnehmen müssen, sollten auch am Tag einer geplanten Operation und auch postoperativ damit nicht aufhören.

Das senkt ihre Mortalitätsrate und schützt vor kardialen Zwischenfällen, wie eine US-Studie ergeben hat. Internisten und Chirurgen um Dr. Steve Kwon (University of Washington) haben den Effekt der Betablockergabe und des perioperativen Entzugs bei 1976 Patienten untersucht.

Die Probanden mussten sich einem elektiven chirurgischen Eingriff am Magen-Darm-Trakt unterziehen. Sie waren vor der Klinikaufnahme mit Betablockern behandelt worden, meist gegen Hypertonie (Arch Surg 2012; online 16. Januar).

Zwei Drittel der Patienten bekamen auch am Tag der Operation und postoperativ einen Betablocker verordnet, bei einem Drittel wurde die Betablocker-Behandlung am Tag der Operation oder postoperativ unterbrochen.

Doppelt so häufig Komplikationen

Ergebnis: Nach Absetzen des Betablockers ereigneten sich Todesfälle oder kardiale Komplikationen während der ersten 90 Tage nach der Operation doppelt so häufig wie unter fortwährender Medikation. Bei Patienten, die kardiale Risikofaktoren aufwiesen, war die Gefahr sogar knapp sechsfach erhöht.

Selbst wenn die Therapie nur am Tag der Op ausgesetzt wurde, war der Nachteil beachtlich: Die 90-Tages-Rate von Zwischenfällen betrug dann bereits 5,4 Prozent, während sie bei kontinuierlicher Betablockergabe nur 2,8 Prozent erreichte.

Selbst ein Jahr postoperativ war der negative Effekt des Absetzens noch messbar, Komplikationen waren dann 1,66-fach häufiger als nach kontinuierlicher Betablocker-Therapie.

Herzprobleme sind nach Operationen keine Seltenheit. Etwa fünf Prozent der Patienten erleiden nach nicht-kardialen Eingriffen einen Infarkt, drei von vier dieser Ischämien ereignen sich binnen 48 Stunden nach der Op.

Das Risiko für die Betroffenen, während der folgenden 30 Tage zu sterben, steigt dadurch um den Faktor sechs. Eine bestehende Betablocker-Behandlung perioperativ aufrechtzuerhalten, ist daher eine lebenserhaltende Maßnahme.

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Kommentare
Dr. Thomas Georg Schätzler 29.02.201214:23 Uhr

Betablockade und CPR?

Eine Problematik war in der zitierten Studie mit elektiven chirurgischen Eingriffen am Magen-Darm-Trakt wohl nicht aufgetreten. Was tun, wenn es (hoffentlich nicht!) zu einem lebensbedrohlichen Zwischenfall mit Reanimationspflicht kommen sollte?

Betablocker blockieren die Beta-Rezeptoren am Herzen und verhindern, dass Adrenalin und Noradrenalin bei cardiopulmonaler Reanimation (CPR) wirksam werden können. Ein vergleichbares Problem ist die Kontraindikation von Betablockade bei Desensibilisierungsbehandlungen.

MfG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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