Bewegung ist fürs Herz nicht gleich Bewegung

WIEN (wst). Wer sich viel bewegt, verbessert damit bekanntlich sein kardiovaskuläres Risikoprofil. In einer italienischen Studie ist nun belegt worden, dass dieser Zusammenhang für verschiedene Altersklassen und geschlechtsunabhängig gilt. Bewegung durch Sport scheint dabei mehr zu nutzen, als wenn ein gleicher Energieverbrauch durch Alltagsaktivitäten wie Hausarbeit oder Treppensteigen erreicht wird.

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Entsprechende Ergebnisse aus dem so genannten Moli-SANI-Projekt hat Dr. Franceso Zito von der Universität Campobasso in Italien beim Kardiologenkongress in Wien vorgestellt.

Das Moli-SANI-Projekt ist eine 2005 begonnene fortlaufende epidemiologische Kohortenstudie zum Zusammenhang zwischen Lebensstil, Genetik und dem Risiko für kardiovaskuläre und onkologische Erkrankungen. Einbezogen werden 25 000 Bürger über 35 Jahre der süditalienischen Region Molise.

Für die in Wien vorgestellten ersten Teilergebnisse waren 4776 Frauen und 4315 Männer ohne manifeste Herzerkrankung berücksichtigt worden. Bei allen Teilnehmern war das aktuelle kardiovaskuläre Risikoprofil mit den Parametern Blutdruck, Herzfrequenz, Gesamtcholesterin, HDL, LDL, Triglyzeride, Blutzucker, CRP, Body-Mass-Index und Taillenumfang bestimmt worden. Zudem lag von jedem ein komplett ausgefüllter Bogen mit 24 Fragen zum Umfang sportlicher und alltäglicher (Treppensteigen, Haus- und Gartenarbeit) körperlicher Aktivitäten vor.

Die Auswertung belegte durch alle erfassten Geschlechts- und Altersgruppen (35 bis 47 Jahre, 48 bis 59 Jahre, über 59 Jahre) einen inversen Zusammenhang zwischen dem Ausmaß körperlicher Aktivität und dem kardiovaskulären Risiko. Bei in etwa gleichem Energieaufwand durch körperliche Aktivität schienen bei der Verbesserung ihres kardiovaskulären Risikoprofils ältere Menschen stärker zu profitieren als jüngere. Auch fiel auf, dass Menschen, die ihr Bewegungspensum überwiegend durch Sport sicher stellten, ein etwas günstigeres kardiovaskuläres Risikoprofil hatten als Menschen, die ein ähnliches Bewegungniveau überwiegend über Alltagsaktivitäten erreichten.

Möglich aber ist auch, dass gezielt Sport treibende Menschen auch sonst gesundheitsbewusster leben als bloße "Alltagsaktivisten".

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