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Biobanken sind Fundgruben für Diagnose-Marker

KLOSTER SEEON (wst). Bei der Suche nach Markern zur Frühdiagnose von Krankheiten sind Proben-Banken wahre Fundgruben. Dafür werden Gesunden regelmäßig Blut-, Urin- oder Gewebeproben entnommen und eingelagert. Werden die Menschen später krank, kann man nachschauen, ob es schon vor der Diagnose charakteristische Veränderungen in den Proben gab.

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Viele sich allmählich entwickelnde Erkrankungen kündigen sich möglicherweise schon lange vor der klinischen Diagnose an. Das können Veränderungen bei Proteinen oder bei Protein-Zusammensetzungen in Blut, Urin oder Gewebe sein. Um nach solchen Markern zu suchen, sind serielle Proben von gesunden Menschen hilfreich, also Proben, die in regelmäßigen Abständen genommen werden. Werden solche Menschen später krank, lässt sich retrospektiv analysieren, ob und wie lange vor der klinischen Manifestation charakteristische Veränderungen in den Proben auftraten.

Ein Beispiel dafür ist die 2006 gestartete Biobank des Blutspendedienstes des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK). Der Blutspendedienst hat etwa 400 000 aktive Blutspender, die im Schnitt zweimal pro Jahr spenden. Dabei wird schon immer vor jeder Entnahme eine kleine Blutprobe isoliert, um etwa Infektionen oder sonstige Kontraindikationen für eine Blutspende festzustellen, hat Dr. Silke Martin von der Biobank des BRK berichtet. Diese kodierten Proben müssen nach den gesetzlichen Bestimmungen drei bis fünf Jahre tiefgefroren aufbewahrt werden.

Aktuell verfügt der BRK-Blutspendedienst damit über etwa drei Millionen solcher Plasmaproben, sagte Martin auf einem BRK-Symposium in Kloster Seeon. Meldet nun ein Blutspender eine ernste Erkrankung, etwa eine KHK, Krebs oder Diabetes, oder wird eine Erkrankung bei einem Blutspendetermin festgestellt, wird der Spender zur Teilnahme am Biobankprojekt gebeten. Kooperationspartner des BRK können nach schriftlicher Einwilligung der Patienten die kompletten Plasma-Serien auf frühe Biomarker für die Erkrankung untersuchen.

Schon jetzt enthält die Biobank des Bayerischen Roten Kreuzes über 100 000 Plasmaproben von etwa 5000 Patienten und von ebenso vielen gesunden registrierten Teilnehmern, den Kontrollen.

Darunter sind zum Beispiel 900 Patienten mit Krebs, über 800 Herz-Kreislauf-Kranke und mehr als 300 Diabetiker.

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