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Entwickelt

Bioklebstoff gegen Nierensteinreste

Freiburger Urologen entwickeln einen innovativen Klebstoff zur endoskopischen Harnsteinentfernung.

Veröffentlicht:

FREIBURG. Die Freiburger Urologen Dr. Martin Schönthaler und Dr. Dr. Arkadiusz Miernik arbeiten im Verbund mit dem Fraunhofer-Institut IFAM Bremen an der Entwicklung eines neuartigen, bioinspirierten Klebstoffes zur kompletten endoskopischen Entfernung von Harnsteinen.

Die Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Freiburg hat hierfür zusammen mit dem Projektpartner in Bremen eine Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im GO-Bio Programm über rund 1,7 Millionen Euro erhalten, teilt die Universität Freiburg mit.

Mit der neuen Methode kann die Klebstoffapplikation ohne neues Instrumentarium in das bisherige endoskopische Operationsverfahren integriert werden.

"Nach dem Entfernen der großen Harnsteine werden dann die verbleibenden Restfragmente mit dem Klebstoff umhüllt und in Form eines elastischen Gels zusammengehalten", wird Miernik in der Mitteilung zitiert. Das Klebstoff-Nierenstein-Konglomerat lässt sich in der Röntgendurchleuchtung darstellen und ist nunmehr so groß, dass es problemlos mit den üblichen Instrumenten entfernt werden kann.

Harnsteinen bei rund 750.000 Bundesbürgern

Jährlich leiden in Deutschland rund 750.000 Personen an Harnsteinen, teilt die Universitätsklinik Freiburg mit. Ein großes Problem der endoskopischen Behandlungsverfahren mit Zertrümmerung der Steine vor Ort sei, dass kleine Restfragmente nicht komplett entfernt werden können. Aufgrund ihrer geringen Größe sei es unmöglich, sie mit herkömmlichen Greifinstrumenten zu fassen.

Durch das Verbleiben von Restfragmenten steigt allerdings das Risiko für eine erneute Steinbildung signifikant an. Mit dem Wettbewerb GO-Bio fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung gründungsbereite Forscherteams in den Lebenswissenschaften, um technisch anspruchsvolle Ideen zu einer tragfähigen Unternehmensgründung reifen zu lassen.

Seit dem Start im Jahre 2005 wurden bisher sechs Auswahlrunden bei GO-Bio abgeschlossen. In der aktuellen Ausschreibung wurden 7 von 106 Teams für eine Förderung ausgewählt. (eb)

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