Biomarker zur Früherkennung von M. Parkinson wird erforscht

NÜRNBERG (wst). Eine ausgeprägte Hyperechogenität der Substantia nigra im transkraniellen Ultraschall deutet nach neuen Forschungsergebnissen auf ein erhöhtes Parkinson-Risiko. Bei welchen Menschen mit diesem Befund später ein M. Parkinson entsteht, ist allerdings noch unklar.

Veröffentlicht:

Fallen bei Patienten erstmals Parkinson-Symptome auf, sind bekanntlich bereits 70 Prozent der dopaminergen Neuronen zerstört. Daran hat der Neurologe Professor Thomas Gasser vom Universitätsklinikum Tübingen erinnert.

Wünschenswert wären daher Biomarker, mit denen sich die Erkrankung eher erkennen lässt. Auch könnten solche Marker im Frühstadium die Diagnose erleichtern.

Vielversprechend sind Untersuchungen mit transkraniellem Ultraschall. Denn bei 90 Prozent aller Parkinson-Patienten fällt die Substantia nigra durch eine ausgeprägte Hyperechogenität auf, aber nur bei etwa neun Prozent der Gesunden, sagte Gasser auf einer Veranstaltung der Novartis-Stiftung in Nürnberg.

Das Ausmaß der Hyperechogenität ist dabei völlig unabhängig vom Krankheitsstadium der Parkinson-Patienten. Gasser geht davon aus, dass die Hyperechogenität ein Indikator ist, der die Vulnerabilität schon lange vor Ausbruch der Erkrankung, vielleicht sogar schon im Kindesalter, anzeigt.

Deshalb sei es zumindest für einen Teil der gesunden Merkmalsträger vermutlich nur eine Frage der Zeit, wann sie ebenfalls an Parkinson erkranken. Langzeituntersuchungen, an denen Gassers Arbeitsgruppe beteiligt ist, sollen das nun klären.

Unklar ist noch, was die Hyperechogenität hervorruft. Diskutiert wird etwa eine Eisenakkumulation oder eine Inhomogenität des Hirngewebes.

Post-mortem-Untersuchungen hierzu haben in Tübingen gerade begonnen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Evidenz-Update

Wohl kaum Fortschritte in der Tremortherapie

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Autopsiestudie

So häufig wird der Krebs erst nach dem Tod erkannt

Lesetipps
Schulterschmerzen? Im höheren Alter ist die Polymyalgia rheumatica nach der Rheumatoiden Arthritis die häufigste entzündlich-rheumatische Erkrankung. (Symbolbild mit Fotomodellen)

© peopleimages.com / stock.adobe.com

Praxistipps

Schulterschmerzen: Die vertrackte, ärztliche Spurensuche