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Blick mit dreidimensionalem Ultraschall auf die Gefäße

Dreidimensionale Ultraschallverfahren gewinnen an Bedeutung, um Karotisplaques zu erfassen. Therapiefortschritte lassen sich so dokumentieren.

Von Werner Stingl Veröffentlicht:

Die Halsschlagader ist bekanntlich ein Fenster zu Herz und Hirn, das mit Ultraschall gut erreichbar ist, sagt Professor Malte Ludwig vom Gefäßzentrum Starnberger See am Benedictus Krankenhaus in Tutzing. So wird die sonografisch erfassbare Intima-media-Dicke in der Arteria carotis communis als quantitativer Marker für Atherosklerose genutzt. Der Marker gestattet Rückschlüsse auf die Gefäßsituation in Regionen von Herz und Hirn, die sich noninvasiv und ohne Strahlenbelastung bisher nicht untersuchen lassen.

Plaques breiten sich unregelmäßig aus

Die Zunahme der Intima-media- Dicke ist aber nur ein unvollständiger Ausdruck atherosklerotischer Veränderungen. Ebenso wichtig ist es, die Volumina von Plaques möglichst genau zu erfassen, wie Ludwig beim Crosstalk Hypertoniediagnostik 2009 in Starnberg berichtet hat. Die Dicke der Intima-Media lässt sich dabei gut mit einer herkömmlichen 2-D-Ultraschalltechnik messen. Da Plaques sich aber nur unregelmäßig dreidimensional ausbreiten, könnten die Volumina aber nur mit einer neuartigen hochauflösenden 3-D-Ultraschalltechnik bestimmt werden, sagte der Internist und Angiologe bei der Veranstaltung des Unternehmens Daiichi-Sankyo.

Mit Schnittbildern werden Plaquevolumina errechnet

Dabei gewinnt eine manuell geführte aber motorgetriebene automatisch schwenkende Schallsonde Schnittbildserien der Arteria carotis communis aus drei Ebenen. Die Schnittbilder werden dann in eine dreidimensionale Darstellung umgerechnet. Dank der guten Auflösung lassen sich vorhandene Plaques sicher aufspüren und abgrenzen, das Volumen lässt sich zuverlässig berechnen.

Therapie- erfolg lässt sich besser messen.

Die Befunde sind nicht nur ein weiterer Mosaikstein zur Einschätzung des individuellen Risikos. Vielmehr lassen sich mit dem Verfahren auch Plaqueregressionen nachweisen und damit der Erfolg einer antiatherosklerotischen Therapie. In Studien hat sich die Methode als gut reproduzierbar erwiesen. Die Zuverlässigkeit der Messungen nimmt aber bei Volumina unter 40 ml ab. Zur Vermessung kalzifizierter Plaques ist die Technik ungeeignet, da Schallschatten eine exakte Kalkulation unmöglich machen.

Erste Anwendung bei Patienten mit kardiovaskulärem Risiko fand die Methode in der MORE (Multicentre Olmesartan atherosclerosis Regression Evaluation)-Studie. Dort wurden 154 Hypertonie-Patienten mit verdickter Intima-Media und fibrösen Plaques in der Arteria carotis communis zwei Jahre lang täglich entweder mit 20 bis 50 mg Olmesartan oder 50 bis 100 mg Atenolol behandelt.

Unter Olmesartan wurde der Druck tendenziell etwas besser gesenkt. Bei der Regression der Intima-media-Dicke wurden aber keine Unterschiede zwischen den beiden Behandlungsgruppen ermittelt (Olmesartan: -0,090 mm versus Atenolol: -0,082 mm). Unterschiede gab es aber beim mittleren Plaquevolumen: Dieses nahm mit Atenolol in den zwei Jahren um 0,1 ml zu und mit Olmesartan um 4,4 ml ab. Das Ergebnis war allerdings statistisch nicht signifikant.

Statistisch signifikante Ergebnisse gab es aber in einer Subgruppenanalyse von Patienten mit einem großen Plaquevolumen (Ausgangswert über dem Median von 33,7 ml). In dieser Gruppe reduzierte sich unter Olmesartan das Plaquevolumen um 11,5  ml, unter Atenolol nahm es um 0,6 ml zu, berichtete Ludwig.

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