Direkt zum Inhaltsbereich

Schutz des Fötus

Blutdruck bei Schwangeren kontrollieren!

Veröffentlicht:

HEIDELBERG. Wie empfindlich ungeborenen Kinder auf einen Anstieg des Blutdrucks der Mutter reagieren, zeigt eine Studie der Universitäten in Exeter und Bristol (JAMA 2016;315(11):1129-40).

"Jeder Anstieg des systolischen Wertes um 10 mm Hg war mit einem Rückgang des Geburtsgewichts um etwa 150 bis 200 Gramm verbunden", wird Professor Hausberg vom Städtischen Klinikum Karlsruhe in einer Mitteilung der Deutschen Hochdruckliga (DHL) zur Veröffentlichung der Studie zitiert.

 "Dies macht deutlich, dass ein Anstieg des Blutdrucks in der Schwangerschaft immer ernst genommen werden muss." Kinder mit geringem Geburtsgewicht hätten nicht nur schlechtere Startchancen im Leben. Auch sei ihr Risiko für spätere chronische Krankheiten, nicht zuletzt auch Hypertonie, erhöht.

Rat zur Schwangerschaftsvorsorge

Die DHL rät daher Schwangeren, die Schwangerschaftsvorsorge zu nutzen und den Blutdruck regelmäßig zu kontrollieren. Die schädliche Wirkung eines erhöhten Blutdrucks in der Schwangerschaft ist ja seit längerem bekannt.

Medizinische Bedenken bestanden bisher erst, wenn der obere systolische Blutdruckwert 140 oder der untere Wert 90 mm Hg überschreitet, erinnert die DHL. Dann liegt eine Gestationshypertonie vor - verknüpft mit einem erhöhten Risiko für Mutter und Kind.

"Die Ursache ist häufig eine Funktionsstörung der Plazenta, die das Kind mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt", erläutert Hausberg, Vorstandsvorsitzender der DHL. "Viele Frauen erholen sich, doch in etwa der Hälfte der Fälle kündigt die Gestationshypertonie eine Präeklampsie an."

Körperliche Schonung als Therapie

Die Therapie bei Gestationshypertonie besteht zunächst in körperlicher Schonung sowie ausgeglichener Ernährung. Medikamente werden bei einem Anstieg auf über 150/100 mm Hg eingesetzt.

Da ein starker Blutdruckabfall zu Beginn der Behandlung die Gesundheit des Kindes gefährden kann, sollte eine Pharmakotherapie unter engmaschiger Beobachtung erfolgen, so der Experte. (eb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Ungewöhnliche Studie

Konsequente Blutdrucksenkung – ein Ansatz zur Demenzprävention

QUADRO-Daten

Behandlungsresistente Hypertonie: Vier-in-Eins-Kapsel schlägt Dreier-Einzelkombi

Das könnte Sie auch interessieren
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Pityriasis versicolor

© iStock / C5C

Kleienpilzflechte im Sommer

Pityriasis versicolor sicher erkennen und gezielt behandeln

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Abb. 1: Ofatumumab-Konzentrationen in der Muttermilchh

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

Flexiblere Familienplanung durch kürzere Kontrazeptionszeit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Abb. 1: MS-Krankheitsdynamik: Patientinnen und Patienten bewegen sich von frühen Stadien über Phasen fokaler Entzündung in fortgeschrittene, meist irreversible Stadien

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [4]

Multiple Sklerose heute

Praxisrelevante Daten im Fokus

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Akute Belastung versus chronische Schäden

Marathonläufer sollten ihren Nierenstatus kennen

Lesetipps
Eine schwangere Frau hält sich die rechte Bauchseite und telefoniert.

© T Mdlungu/peopleimages.com / Stock.adobe.com

Kasuistik

Schwangere mit akutem Abdomen: Der Blinddarm war es diesmal nicht

Bluttest

© NiDerLander / stock.adobe.com

Demenz erkennen

Neuer Ansatz für eine Alzheimer-Diagnostik mittels Bluttests