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Wegen Zika-Viren

Brasilien ruft Gesundheitsnotstand aus

Brasilien hat den Gesundheitsnotstand ausgerufen: Es gibt eine deutliche Häufung von Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen. Ursache ist womöglich eine Virusinfektion, die über Mückenstiche auf Schwangere übertragen wird.

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RIO DE JANEIRO/DÜSSELDORF. Wegen einer Häufung von Mikrozephalie-Fällen, also Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen, hat das brasilianische Gesundheitsministerium einen nationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. 399 Fälle in sieben Bundesstaaten wurden registriert, ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren.

Wahrscheinlich stehen die Ereignisse in Zusammenhang mit einem Ausbruch von Zika-Virus-Erkrankungen, so das CRM Centrum für Reisemedizin in einer Mitteilung. Das Virus war bei mehreren Schwangeren nachgewiesen worden, deren Föten an Mikrozephalie leiden. Reisende sollten sich sorgfältig vor den Überträgermücken schützen, empfiehlt daher das CRM.

Meist geistige Behinderung die Folge

Mikrozephalie führt zu geistigen Behinderungen unterschiedlicher Ausprägung. Ursachen können genetische Defekte aber auch Alkoholmissbrauch, Infektionen oder andere fruchtschädigende Einflüsse während der Schwangerschaft sein.

Die aktuellen Fälle gab es vor allem im Nordosten des Landes, im Bundesstaat Pernambuco, gefolgt von Sergipe, Rio Grande do Norte, Paraíba, Piauí, Ceará und Bahia.

Parallel zum Anstieg der Fälle von Mikrozephalie gibt es in Brasilien seit Frühjahr 2015 ein Ausbruch von Zika-Virus-Infektionen. Der Erreger, der durch Stechmücken übertragen wird, war vermutlich während der Fußballweltmeisterschaft importiert worden.

 "Charakteristisch für eine Infektion mit Zika-Viren sind knotig-fleckige Hautausschläge, begleitet von Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen sowie einer Bindehautentzündung", berichtet Professor Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM, in der Mitteilung: "Lebensbedrohliche Verläufe dieser Erkrankung sind bislang nicht bekannt, allerdings ist das Virus noch wenig erforscht."

Auf Mückenschutz achten!

Bis 2007 wurden nur einzelne Infektionen in Afrika und Südostasien registriert. Seit seiner zunehmenden Ausbreitung in den letzten Jahren ist das Virus von der WHO als "Emerging Infectious Disease" klassifiziert.

Zika-Viren werden von Stechmücken der Gattung Aedes übertragen. Diese verbreiten auch andere Erkrankungen wie Dengue- und Chikungunya-Fieber. Reisende sollten daher auf konsequenten Mückenschutz achten - nicht nur in Südamerika, sondern in allen tropischen und subtropischen Regionen.

Impfungen gegen Dengue-, Chikungunya oder ZikaViren gibt es nicht. Um Mücken fernzuhalten, empfiehlt das CRM, helle und möglichst geschlossene Kleidung zu tragen und freie Hautstellen mit Repellents zu schützen. Geeignet sind Mittel mit dem Wirkstoff DEET in einer Konzentration ab 30 Prozent, Schwangere sollten Produkte mit dem Wirkstoff Icaridin verwenden. (eb)

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